17
März 2022
Donnerstag
20:00-21:00
Steve Jobs
von Alban Lefranc aus der Monologreihe "Radikal allein"

Zum Stück

1976 sitzen zwei langhaarige Hippies, Steve Jobs und sein Studienfreund Steve Wozniak, in der Garage von Jobs` Vater und schrauben einen Computer mit einem Holzgehäuse zusammen. Es ist der Beginn einer ungeheuren Erfolgsgeschichte. Steve Jobs, Mitgründer und langjähriger CEO von Apple, gilt heute als eine der bekanntesten Persönlichkeiten der Computerindustrie. Er vermochte sowohl das Konzept des Heimcomputers als auch später die Generation der Smartphones und Tablets populär zu machen oder vielmehr das Bedürfnis nach dieser Technik erst zu wecken. Dabei folgte er gnadenlos und unbeirrt seinen Visionen, was ihm den Ruf eines Egomanen einhandelte.
Als 2003 bei ihm eine seltene Form des Pankreaskrebses diagnostiziert wird, verweigert er die medizinisch wirksame Therapie und führt stattdessen seine lebenslange Brachialdiät aus Äpfeln, Karotten und Obstsaft fort. Am 5. Oktober 2011 stirbt Steve Jobs an den Folgen seiner Erkrankung.
 
In seinem Monolog, den der Saarländische Rundfunk bereits 2019 als Hörspiel realisierte,  imaginiert Alban Lefranc einen Steve Jobs in seiner letzten Lebensphase. Vertieft ins innere Gespräch mit sich selbst, steigen in ihm Erinnerungen, Wünsche und die Schemen früherer Wegbegleiter hoch – und die unerträglich kränkende Einsicht, sterblich zu sein. Steve Jobs ist ein Blick ins Innere eines Mannes, der mit einer faszinierend-abstoßenden Mischung aus Hybris und Menschenscheu unsere Gesellschaft seinen Erfindungen unterworfen hat.

aus dem Französischen übersetzt von Christian Driesen
 

Besetzung

Presse

Saiten

Was wie eine Parabel auf die Pandemie klingt, ist ein Theaterstück. Pankreaskrebs heisst die Diagnose, und der Patient: Steve Jobs. Am gestrigen Donnerstagabend hatte das gleichnamige Stück Premiere im Keller des St.Galler Kunstmuseums, Matthias Albold spielt den von Allmachtswahn und Ordnungsfuror getriebenen Apple-Gründer mit allen Registern. Das trotz später Stunde zahlreiche Publikum erlebt eine Sternstunde der Schauspielkunst.

St.Galler Tagblatt

Schauspieldirektor Jonas Knecht lässt seine 2020 gestartete Monolog-Reihe «Radikal allein» endlich wieder aufleben. Zwei intime Monologe setzt Regisseurin Leyla Claire Rabih feinfühlig und bildmächtig um. Und hat in Bruno Riedl und Matthias Albold, den beiden alten Schauspielschlachtschiffen, zwei starke Protagonisten gefunden. [...] Matthias Albolds Monolog ist eine wütend schillernde Abrechnung. Sie endet als grosses Totenrequiem. Immer wieder beschwört eine Stimme aus dem Off, als wäre Siri ein diabolischer Deus ex Machina, das Memento mori: «Sie haben Bauchspeicheldrüsenkrebs. Die Fünf-Jahres-Überlebensrate liegt unter fünf Prozent.» Zu Rossinis «Kyrie» kämpft sich Albold in einen samtroten Theaterkönigsmantel – Hybris bis zum Schluss. Kurz wird einem das eigene iPhone unsympathisch. Doch es geht nicht nur um Steve Jobs und Apple. Es geht um das System eines mächtigen Mannes, der sich die Welt untertan macht. Machtbesessenheit, Wutausbrüche, Überheblichkeit, Grössenwahn - Albold dekonstruiert einen Machtmenschen. Ein erschreckender Blick in dessen Inneres.

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