23
November 2021
Dienstag
20:00-21:10
SHE / HE / WE
Tanzstücke von Alba Castillo, Giovanni Insaudo und Muhammed Kaltuk

Zum Stück

«Männliche und weibliche Rollen sind nicht biologisch festgelegt, sondern sozial konstruiert.» – Judith Butler

Der Tanzabend SHE/HE/WE präsentiert drei ganz unterschiedliche Zugriffe junger preisgekrönter Choreograf*innen auf die Frage nach Geschlechterrollen und -bildern – von der isolierten Betrachtung des Frau- bzw. Mann-Seins bis hin zum gemeinsamen Zusammenspiel. Während die Kreation The Time We Were von Alba Castillo dem Geheimnis zwischenmenschlicher Beziehungen nachspürt, spielt Giovanni Insaudos Stück Ibla mit der Idealisierung von Weiblichkeit. Muhammed Kaltuk wiederum dekonstruiert in seiner Choreografie Man Up, die zeitgenössischen Tanz mit Hip-Hop verbindet, seit Jahrhunderten implementierte Männlichkeitsideale.

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St.Galler Tagblatt

Beide Arbeiten spielen – die eine schwebend auf sphärischen Klängen und herzergreifend schönen Gesängen von Frauenstimmen, die andere kraftvoll, stark und energiegeladen – mit Stereotypen, mit Zuschreibungen; in «Ibla» werden sie ausdrücklich, als Eigenschaftswörter skandiert, dazu bewegt sich eine Gruppe von Tänzerinnen mit Leuchtröhren, als wolle sie diese Begriffe genauer durchdringen. Im Vergleich dazu ist der Auftritt der Männer in «Man Up» weniger intellektuell verstiegen, auch weniger poetisch, dafür bald hochemotional und ausdrucksstark: besonders in den solistischen Ausbrüchen Guang-Xuan Chens aus dem Gruppenkontext. [...] Zwei Namen, zwei Menschen, zwei Stühle: In Alba Castillos «The Time We Were» geht es um starke Anziehungskräfte, die Fremde in einem Raum einander nahebringen, zu einem «We» verschmelzen können – nicht ohne Hindernisse, Ängste und Irritationen. Zu sehen sind in diesem kammerspielartigen Auftakt ein Mann in pudrigem Rosé, eine Frau in Hellblau, doch letztlich spielt es keine Rolle, wer was ist und sein soll.

frachtwerk

Drei verschiedene Tanzstücke von unterschiedlichen Choreograf*innen greifen das Frau-, das Mannsein und das Zwischenspiel der beiden Geschlechter auf verschiedene Weisen auf. Hohes tänzerisches Niveau, monochrom farbige Kostüme, eine mobile Spiegelinstallation und eine moderne Bühne, eingekleidet in grauem Beton. Dies sind Bilder, die sich fest in meinem Kopf eingeprägt haben. [...] Giovanni Insaudos Stück "Ibla" war für mich definitiv das Highlight des Abends. Ausdrucksstark, höchst filigran und übernatürlich führt Giovanni Insaudo das Publikum in seine eigene Welt der Weiblichkeit. [...] Ich lege allen ans Herz, einen Ausflug nach St. Gallen zu machen, um sich mit der Tanzkompanie des Theaters St. Gallen auf die Reise durch SHE/HE/WE zu machen.

Termine & Tickets

Lokremise

Im November 2008 haben die St.Gallerinnen und St.Galler einem Kulturzentrum in der Lokremise am Hauptbahnhof zugestimmt. Eröffnet wurde die neue Spielstätte des Theaters St.Gallen Mitte September 2010

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