26
Februar 2019
Dienstag
19:30-22:10
Priscilla - Königin der Wüste
Musical von Stephan Elliott und Allan Scott

Zum Stück

Basierend auf dem gleichnamigen Kinoerfolg erzählt das Musical die packende und zu Herzen gehende Geschichte von drei Freunden aus dem Travestiekünstler-Milieu, die sich auf der Suche nach Liebe und Freundschaft in einem abgetakelten Bus namens Priscilla auf die Reise ihres Lebens quer durchs australische Outback machen.
Stephan Elliotts Kinofilm war ein Überraschungshit und erhielt 1995 einen Oscar. Für die Musicalversion wurde das Drehbuch um zahlreiche Discohits der 70er- und 80er-Jahre ergänzt – von It’s Raining Men bis hin zu Go West. Nach Stationen u. a. am New Yorker Broadway und im Londoner West End präsentieren wir das preisgekrönte Jukebox-Musical in Koproduktion mit dem Münchner Staatstheater am Gärtnerplatz erstmalig im deutschen Sprachraum.

Uraufführung: 7. Oktober 2006, Sydney Lyric Theatre

Musical in zwei Akten
Buch von Stephan Elliott und Allan Scott nach dem Kinofilm von Latent Image / Specific Films im Vertrieb von Metro-Goldwyn-Mayer Inc.
In Zusammenarbeit mit Nullarbor Productions und MGM On Stage und outside eye Wien
Deutsch von Michael Alexander Rinz

Koproduktion mit dem Staatstheater am Gärtnerplatz München

«Girls just wanna have fun.»

Besetzung

Partner

Hauptsponsoren

Co-Sponsoren

Medienpartner

Zugabe

TVO - das Ostschweizer Fernsehen: Beitragsreihe über "Priscilla - Königin der Wüste"
Beitrag 1
Beitrag 2
Beitrag 3
Beitrag 4 und Talk im Studio mit Peter Heilker und Jeff Frohner
Beitrag 5

Wie Musiktheaterdramaturg Marius Bolten zur Drag-Queen wird: Einführung in das Musical

Australisches Erfolgs-Musical
Schweizer Erstaufführung von Priscilla
Der australische Film- und Musical-Welterfolg Priscilla – Queen of the Desert kommt am Theater St.Gallen zur Schweizer Erstaufführung. Dieses lebensfrohe Jukebox-Musical hat eine spannende Entstehungsgeschichte.
Mardi Gras in Sydney, 1993. Der australische Filmregisseur und Drehbuchautor Stephan Elliott schaut der Parade beim schwul-lesbischen Strassenfestival zu. «Da sah ich, wie sich plötzlich ein Federbüschel aus dem Kopfschmuck einer Drag-Queen gelöst hat, das dann vom Wind die Strasse entlang gepustet worden ist – wie ein Steppenroller in einem Sergio-Leone-Western. In dem Moment war Priscilla geboren.»
Es entstand ein Road-Movie um drei Travestiekünstler, die in einem alten Bus, den sie Priscilla taufen, quer durch Australien zu einem Auftritt in Alice Springs fahren. Das Trio ist weniger homogen, als man erwarten könnte: Tick und Adam sind Drag-Queens; Bernadette, die früher Ralph hiess, ist transsexuell. Tick hat eine Frau und einen Sohn, die in Alice Springs auf ihn warten. Adam ist jung und schwul und will das Leben geniessen. Bernadette steht eher am Ende ihrer Karriere. Der Film schildert sowohl die Dynamik und Entwicklung innerhalb der schrägen Reisegruppe als auch ihre unterschiedlichen Erlebnisse im australischen Hinterland bis hin zur ängstlich erwarteten Begegnung mit dem inzwischen achtjährigen Sohn. Mitte der 1990er-Jahre war ein Film mit schwulen Hauptrollen, der noch dazu einen queeren Lebensstil feiert, geradezu gewagt, denn die weltweite AIDS-Krise hatte zu einem reaktionären Klima geführt. So musste Elliott für seinen Film denn auch mit einem relativ bescheidenen Budget auskommen.
Grosse Gagen konnten nicht bezahlt werden. Trotzdem wollte man hinsichtlich der Besetzung nach den Sternen greifen. So wurden erst Tony Curtis und dann John Cleese als Bernadette angefragt, für die Rolle des Tick sagten Rupert Everett und Colin Firth ab, und Jason Donovan übernahm die ihm angetragene Partie des Adam schliesslich erst 2009 am Londoner West End. Am Ende engagierte Stephan Elliott als seine drei Protagonisten den ihm schon aus Frauds bekannten Hugo Weaving als Tick, den britischen Schauspieler Terence Stamp ganz entgegen dessen Typ als Bernadette und das australische Seifenopern-Sternchen Guy Pearce als Adam. Gedreht wurde auf dem Weg zwischen Sydney und dem davon 2.028,29 km Luftlinie und 2.770,31 km Fahrstrecke entfernten Alice Springs – einer Kleinstadt nahe dem geografischen Zentrum Australiens mitten im Outback und mindestens 1.500 km entfernt von allen anderen grossen Städten. Man entschied sich für Zwischendrehs in der Bergbausiedlung Broken Hill und in dem Opal-Gräber-Nest Coober Pedy, die Eingang ins Filmskript fanden. Ziel- und Endpunkt der Dreharbeiten wie des Road-Trips der drei Protagonisten waren das Lasseter Casino Hotel in Alice Springs und der 245 km Luftlinie südwestlich von Alice Springs gelegene Kings Canyon – nachdem die Verwaltung des den Aborigines heiligen Berges Uluru, auch bekannt unter dem englischen Namen Ayers Rock, eine dortige Drehgenehmigung aus religiösen Gründen untersagt hatte. Und das Budget reichte nur für einen Bus, was insofern problematisch war, als der Bus nach 35 Film-Minuten pink angestrichen wird, die Szenen aber bei Spielfilmen üblicherweise nicht in der Szenenreihenfolge gedreht werden. Szenenbildner Colin Gibson löste das Problem, indem er den einen Bus zur Hälfte anstreichen liess. So konnte er je nach Drehplan mal von der einen und mal von der anderen Seite aufgenommen werden. Dass der Priscilla-Bus in Wahrheit zweifarbig ist, bemerkt der Filmzuschauer nicht.
Kinostart war im August 1994 in den USA und im September in Australien, und der farbenfroh-kreative Film The Adventures of Priscilla, Queen of the Desert wurde zu einem internationalen Überraschungserfolg und gewann zahlreiche Preise, u.a. einen Oscar für das Kostümdesign.
Gut zehn Jahre später machte sich Elliott gemeinsam mit dem schottischen Drehbuchautor Allan Scott, dem Regisseur Simon Phillips und dem Arrangeur Stephen «Spud» Murphy daran, aus dem Film ein Musical zu machen. Der Soundtrack zum Film enthielt bereits zahlreiche Disco-Hits – ermöglicht durch die Zusammenarbeit mit dem Medienkonzern Polygram, der zu den Finanziers des Films gehörte. Für das Musical wurden weitere Hits hinzugefügt – und drei Diven als singende Alter Egos von Tick, Bernadette und Adam.
Das Musical wurde 2006 in Sydney erfolgreich uraufgeführt und war in der Originalinszenierung u.a. 2009–2011 im Londoner West End und 2011–2012 am New Yorker Broadway zu sehen. Die deutsche Erstaufführung erfolgte 2017 am Münchner Staatstheater am Gärtnerplatz in einer Neuinszenierung mit deutschen Dialogen, die vom Theater St.Gallen koproduziert wird. (mb)
 

Presse

Musicals

Gil Mehmert ist es mit seiner Inszenierung bestens gelungen, die "Priscilla"-Geschichte mit all ihren tollen Showmomenten so zu erzählen, dass soziale und psychologische Aspekte nicht zu kurz kommen. Das Premierenpublikum war begeistert!

Ostschweiz am Sonntag

Das Publikum ist rasch auf den Beinen, und würden die Darsteller nicht irgendwann ein letztes Mal winken und sich der Vorhang im Theater St.Gallen schliessen, es würde noch lange weiterklatschen. Sehr zu Recht, denn das Musical "Priscilla - Königin der Wüste" von Stephan Elliott und Allan Scott ist in der Inszenierung von Gil Mehmert eine durch und durch überzeugende, ja hinreissende Leistung.

Blickpunkt Musical

Die fantasievollen, farbenfrohen Kostüme der vielen Dragqueens und -boys ergänzen perfekt die ideenreichen, oft frechen Choreografien, in denen es auch mal Männer regnen kann ("It's Raining Men"). Zugleich wird das sehr spiel- und tanzfreudige Ensemble hervorragend von den Musikern der "Priscilla-Band" unter der Leitung von Jeff Frohner begleitet.

St.Galler Tagblatt

Denn so verspielt, so grell und so unbeschwert dieses Musical daherkommt - es trägt doch eine Botschaft in sich, die gerade in dieser Buntheit liegt, weil sie zuletzt doch Tolerenz für jene erfordert, die wie Tick, Bernadette und Adam anders sind.

Vorarlberger Nachrichten

Mit heller Begeisterung wurde das Musical "Priscilla - Königin der Wüste" von Stephan Elliott und Allan Scott aufgenommen.

Schweizerische Depeschenagentur

Mit schrägen Kostümen, nackter Männerhaut und bekannten Pop-Hits hat das Musical "Priscilla - Königin der Wüste" das St. Galler Publikum erobert. Die rasante Geschichte um drei Travestie-Künstler trifft mitten ins Herz.

Roccosound

Gil Mehmerts bei allem schrillen, tabubrüchigen Treiben doch behutsamer Inszenierung gelingt es mit dem Ensemble, nicht nur für Toleranz zu werben, sondern Sympathie zu wecken, und das ist mehr: Es schafft die Gemeinschaft, die auch das Premierenpublikum verkörperte, das sich ja durchaus nicht nur aus der Homo-Szene rekrutierte, aber mit ihr zusammen der Aufführung den sprichwörtlich nicht enden wollenden Applaus spendete.

St.Galler Nachrichten

Die Geschichte dreier Travestie-Künstler sorgte für magische Momente.

Blick

So bunt war es im Theater St.Gallen noch nie.

Termine & Tickets

Grosses Haus

Das Grosse Haus ist das Herzstück des Theaters St.Gallen. Über 400 Mal hebt sich jährlich der Vorhang in dem Bau von Claude Paillard im Museumsviertel, in dem 741 ZuschauerInnen Platz finden.

mehr erfahren