8
Juli 2020
Zum letzten Mal
Mittwoch
20:00-21:00
Pause + Play
Tanzstück von Kinsun Chan - Theaterarena im Stadtpark (Eintritt frei, Zählkarten erforderlich)

Zum Stück

Zum Abschluss der Spielzeit nach der Zwangspause tritt die Tanzkompanie des Theaters St.Gallen auf der Bühne am Stadtpark mit einer speziell für diesen Anlass kreierten Uraufführung auf. Kinsun Chan choreografiert eine Folge von Szenen mit unterschiedlichen Gruppen von Tänzern unter dem sprechenden Titel Pause + Play. Fernando Gomes, Solovioloncellist des Sinfonieorchesters St.Gallen, spielt dazu eine Auswahl aus Johann Sebastian Bachs Suiten für Violoncello solo. Der berühmte Cellist, Komponist und Dirigent Pablo Casals schrieb über diese insgesamt sechs Suiten: «Sie sind die Quintessenz von Bachs Schaffen, und Bach selbst ist die Quintessenz aller Musik.»
 

«Prélude, Allemande, Courante, Sarabande, Gigue»

Besetzung

Zugabe

Pause + Play

Der Titel unseres Tanzstücks für die Parkspiele ist eine Anspielung auf die Wiedergabetaste an vielen Geräten und Programmen, aber aktueller Anlass ist natürlich, dass wir nach zwei Monaten Zwangspause wieder spielen dürfen. Entsprechend beginnt der Abend mit einem Moment der Einsamkeit und wird dann allmählich lebendiger.
Es hat auch eine symbolische Bedeutung, dass alle Tänzerinnen und Tänzer immer getrennt voneinander agieren. Aber jeder hat einen Hocker als Tanzpartner. Wir alle haben sehr viel gesessen in den letzten Monaten, auch bei Videokonferenzen. Auf der Bühne versuchen wir, kreativ damit umzugehen, indem wir den Hocker als Spielzeug nutzen. Und wie es das Schutzkonzept vorsieht, hat jeder seinen eigenen Hocker.
Die Bühne der Theaterarena im Stadtpark ist 10 m mal 10 m gross. Das reicht für 16 Tänzer, um sich gleichzeitig darauf aufzuhalten, aber zum Tanzen wird es etwas eng, wenn der Mindestabstand eingehalten werden soll. Daher tanzen immer nur maximal acht gleichzeitig. Wir haben zwei Paare in der Tanzkompanie, die auch privat zusammen wohnen, und mit diesen sogenannten festen Teams konnte ich echte Pas de deux erarbeiten, bei denen sie einander auch berühren. Alle anderen Paarungen sind Fernduette mit 2 m Abstand. Auf der Bühne gibt es Markierungen, damit man immer die Distanzen sieht. Dieses Schachspiel war eine reizvolle Herausforderung: Es ergaben sich Spiegelbilder, als wäre man auch im Pas de deux noch allein, Schatten, Verfolgung und verschiedene andere Formationen, auch in den Gruppenszenen.
Für diese Abfolge verschiedener Bilder dachte ich von Anfang an an die Suiten für Violoncello solo von Johann Sebastian Bach. Als dann unser Solocellist Fernando Gomes Mitte Mai bei den Dreharbeiten für unsere Online-Serie Sommerträume zwei Sätze aus diesen Suiten spielte, habe ich ihn spontan gefragt, ob er nicht auch die Tanzvorstellungen im Park live begleiten könne, und er hat sofort zugesagt. Die Unmittelbarkeit des Musizierens auf der Bühne gibt eine ganz andere Energie, besonders auch draussen im Stadtpark. Gemeinsam haben wir dann insgesamt zehn Sätze aus diesen Suiten ausgesucht. Die einzelnen Sätze sind gattungsgeschichtlich aus verschiedenen Tänzen hervorgegangen, die in Emotion und Dynamik sehr abwechslungsreich sind. So ergibt sich quasi ein mehrgängiges Menü.
Die Proben konnten erst im Juni anfangen, was eine Herausforderung war. Ich habe sicher noch nie 40 Minuten in zwei Wochen choreografiert, aber alle waren bereit für diese intensive Arbeit. Wir hatten auch im April immer Kontakt gehalten und zwei- oder dreimal in der Woche online zusammen trainiert. Yoga geht beispielsweise sehr gut, auch wenn man nicht viel Platz in der Wohnung hat. Als Ersatz für die Ballettstange haben wir Tische oder eben Stühle genommen. Einmal in der Woche haben wir uns mit der ganzen Tanzkompanie zu einer Videokonferenz getroffen, einfach um miteinander zu reden. Ich denke, diese festen Termine haben uns sehr geholfen.
Seit Ende Mai konnten wir wieder im Ballettsaal trainieren in kleinen Gruppen, und seit Anfang Juni haben wir in der Lokremise geprobt, wo wir die Kompanie nur noch in zwei Gruppen aufteilen mussten.
Wir haben diese Herausforderungen gerne angenommen und hatten von Anfang an den Anspruch, nicht einfach etwas Bestehendes anzupassen und zu reduzieren, sondern mit positiver Energie ein neues Stück zu kreieren, das zum Raum und zur Zeit passt.

Kinsun Chan
 

Presse

SRF 2 Kultur

Tanz und Musik verschlingen sich zu einem Ganzen. Anders gesagt: Es ist ein musikalischer Abend und choreografisch variantenreich. Es ist purer Tanz aus Lebensfreude und Verspieltheit.

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