24
Februar 2022
Donnerstag
19:30-21:15
Mahler IV
Himmlische Freuden | Tonhallekonzert | 24. & 25.2.
Einführung eine Stunde vor Konzertbeginn

 

  • Anton Webern

    Langsamer Satz (arr. G. Schwarz)

  • Benjamin Britten

    Simple Symphony op. 4

  • Gustav Mahler

    Sinfonie Nr. 4 G-Dur

 

+++ U30-Special: Alle unter 30 Jahren erhalten Tickets zum Preis von 25 Franken, unabhängig von der Platzkategorie. Nach dem Konzert laden wir zu einem Gratisdrink und Gedankenaustausch mit Mitgliedern des Sinfonieorchesters ein.+++

Trügerisch sind die «himmlischen Freuden» in Mahlers 4. Sinfonie. Der Schlussatz – eine Vertonung von Das himmlische Leben aus der Sammlung Des Knaben Wunderhorn mit Sopransolo – beschreibt aus einer naiv-kindlichen Perspektive das Paradies. Und diese Naivität enttarnt Mahlers Musik, wenn ein klapperndes Narrenmotiv mit der klangschönen Idylle bricht. «Als-Ob von der ersten bis zur letzten Note», resümierte Theodor Adorno das doppelte Spiel. Die gemeinhin als Mahlers «klassizistische» Sinfonie bezeichnete Vierte ist angereichert mit Melodien aus Kinderliedern und spannt so den Bogen zu Benjamin Brittens Simple Symphony. Als 21-jähriger schrieb Britten das kurzweilige Konzertstück für ein Schulorchester und wiederverwertete dafür Kompositionen die er selbst im Kindesalter angefertigt hatte. Das Resultat ist eine unbeschwerte, witzige Sinfonie en miniature mit einem «wilden» Bourrée, einem «verspielten» Pizzicato, einer «sentimentalen» Sarabande und einem «ausgelassenen» Finale. Mit schwelgerischen Streicherklängen beginnt das Tonhallekonzert unter der Leitung von Chefdirigent Modestas Pitrenas: Der Langsame Satz von Anton Webern, gespielt im Arrangement für Streichrochester, lässt kaum erahnen, dass der damals 22-jährige Webern noch zu einer auf Zwölftonreihen basierenden Musiksprache finden wird. Unmittelbar nach Wanderferien mit seiner späteren Ehefrau brachte Webern den Satz zu Papier und schrieb in sein Tagebuch «Zwei Seelen hatten sich vermählt!». Der sinnliche, spätromantische, beinahe schmachtende Ton des Langsamen Satzes mag ein Abbild der Gefühlswelt des frisch verliebten Weberns sein.

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