30
Dezember 2018
Sonntag
14:30-17:00
Hello, Dolly!
Musical von Jerry Herman und Michael Stewart

Zum Stück

New York in den 1890ern: Dolly Levi hat es sich zur Aufgabe gemacht, junge und junggebliebene Damen und Herren in Kontakt zu bringen. Wer einen Ehepartner sucht, wendet sich an Dolly. Auch der geizige und eigenbrötlerische Horace Vandergelder möchte Dollys Dienste in Anspruch nehmen. Bei der Suche nach der Liebe sind jedoch Gefühlsverwirrungen nicht auszuschliessen.
Jerry Hermans zweite Broadway-Show beeindruckt mit mitreissender Musik und eingängigen Melodien. Grosse Beliebtheit gewann das Werk durch die Verfilmung 1964 mit Barbra Streisand und die letzte Broadway-Show mit Bette Midler. Das charmante Musical Hello, Dolly! ist in einer Inszenierung von Josef E. Köpplinger zu sehen, der in St.Gallen zuletzt On the Town inszenierte.

Bühnenbild und Kostüme aus einer Produktion der Volksoper Wien

Uraufführung: 16. Januar 1964, St.James Theatre New York

Eine musikalische Komödie in zwei Akten
Buch von Michael Stewart
Musik und Gesangstexte von Jerry Herman nach der Komödie The Matchmaker von Thornton Wilder
Deutsche Fassung von Robert Gilbert

Die Uraufführung fand unter der Regie und Choreografie von Gower Champion in einer Produktion von David Merrick & Champion Five, Inc. am Broadway in New York statt.

«Manche malen, manche nähen — ich mische mich gern ein.»

Besetzung

Partner

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Co-Sponsoren

Medienpartner

Zugabe

TVO - Das Ostschweizer Fernsehen: Beitragsserie zu Hello, Dolly!

Teil 1
Teil 2
Teil 3

Videoeinführung



Im Musical Hello, Dolly! von Jerry Herman sorgt die geschickte, lebenslustige Dolly Levi dafür, dass heiratswillige Damen und Herren den richtigen Partner finden. Auch den geizigen, mürrischen Horace Vandergelder verkuppelt sie erfolgreich – mit sich selbst. In St.Gallen ist das Musical ab dem 15. Dezember mit Dagmar Hellberg und Walter Andreas Müller in den Hauptrollen zu sehen.

Tinder? Paarship? Oder – etwas altmodisch – eine Zeitungsannonce? Lernt man den passenden Partner nicht in der Bar, auf der Strasse oder im Club kennen, sucht man nach anderen Möglichkeiten, um den Partner fürs Leben zu finden, und setzt manchmal Himmel und Hölle in Bewegung. Jemanden damit zu beauftragen, einen passenden Partner zu finden, dessen sozialer Status, Vermögen und Charakter zu einem passt, ist zwar nicht die gängigste Methode, aber auch heute noch möglich. In manchen Kulturen gehört die Ehevermittlung noch zum Alltag, in anderen ist das «Matchmaking» eher Geschichte. Der Beruf des Heiratsvermittlers ist jedenfalls bei uns zur Seltenheit geworden.

Die Berufung dazu findet sich jedoch immer wieder als beliebtes Sujet in Komödien, Opern und Musicals. So agiert der Ehevermittler Kecal in Bedřich Smetanas Die verkaufte Braut auf Betreiben der Eltern und gegen den Willen der Tochter, die verheiratet werden soll. Der Schadchen (Heiratsvermittlerin) Jente in Anatevka ist gleich ein ganzes Lied gewidmet: Die Schwestern Zeitel, Hodel und Chava stellen sich vor, wie der Mann aussehen soll, den ihnen Jente vermitteln wird. Während Kecal und Jente die Vermittlung als ihren Beruf ansehen, mischt sich Dolly Levi – in ihren eigenen Worten – einfach nur gerne ein. Und das mit Erfolg. In Hello, Dolly! stiftet sie gleich drei Ehen und findet auch für sich selbst den richtigen Partner.

Horace Vandergelder, ein geiziger, eigensinniger Ladenbesitzer aus dem ländlichen Yonkers, möchte noch einmal heiraten. Er lässt Dolly eine Verabredung mit einer Dame in New York ausmachen. Doch Dolly hat längst schon selbst ein Auge auf Vandergelder geworfen. Vandergelders Angestellte Barnaby und Cornelius freuen sich, für einen Tag dem Trott im Laden entkommen zu können, und fahren auch nach New York, um sich dort einen schönen Tag zu machen. Dort laufen sie jedoch ständig Gefahr, ihrem Chef über den Weg zu laufen.
Als Dolly Vandergelder in das Restaurant Harmonia Garden einlädt, können sich Cornelius und Barnaby, die auch noch in Begleitung von Vandergelders Nichte Ermengarde sind, nicht länger verstecken. Die beiden jungen Angestellten werden entlassen und Vandergelder macht seiner Wut so lautstark Luft, dass er verhaftet wird. Dolly sagt ihm Lebewohl. Doch zurück in der Freiheit erkennt er, dass er Dolly vermisst …

Die Komödie spielt im ausgehenden 19. Jahrhundert in New York, der Grossstadt, wo alles möglich scheint. Vandergelder und seine Angestellten Cornelius und Barnaby sind jedoch in Yonkers zu Hause. Yonkers grenzt an die Bronx und liegt nördlich von Manhattan am Hudson River.  Ende des 19. Jahrhunderts war es ein wirtschaftlich interessanter, aber noch sehr ländlicher Ort. Dass es die jungen Angestellten in die Grossstadt zieht, ist also kein Wunder – sie brennen darauf, in die lebendige, moderne Stadt zu fahren, sich in den angesagten Restaurants zu vergnügen und die grossen Sehenswürdigkeiten zu sehen. Und besonders wichtig ist es ihnen, in New York ein Mädchen zu küssen.

Die reizvolle Situation, dass zwei Handlungsgehilfen vom Land in die grosse Stadt kommen und sich daraufhin eine Reihe von chaotischen Ereignissen ergeben, haben wir nicht dem Textdichter Michael Stewart zu verdanken. Die Figuren von Horace Vandergelder, dem ruppigen Ladenbesitzer, und seinen zwei Angestellten Barnaby und Cornelius, die nie einen freien Tag haben, sind bereits in John Oxfords Theaterstück A Day Well Spent (1835), das indirekt als Grundlage für Hello, Dolly! diente, angelegt. Von diesem Werk liess sich Johann Nepomuk Nestroy zu seinem Wiener Theaterstück Einen Jux will er sich machen (1842) inspirieren. Der kurze Einakter Oxfords wurde mit reichlich Witz angereichert, die Zufälle der Vorlage steigerte Nestroy ins Absurde und die Charaktere erhielten schärfere Konturen. Am Jux orientierte sich wiederum Thornton Wilder. Er schrieb nach Nestroy die Komödie The Merchant of Yonkers, in der erstmals die Figur auftaucht, die zum Fokus der Erzählung werden sollte: Dolly Levi, geborene Gallagher, eine verwitwete Dame aus New York (deren verstorbener Mann aus Wien stammte – ein Verweis auf Nestroys Vorlage). Dolly ist keine Heiratsvermittlerin, beweist jedoch grosses Geschick in vielen Dingen und mischt sich gerne in die Beziehungen anderer Menschen ein. Für die Figur der Dolly hatte Wilder wiederum bei Molières Der Geizige Inspiration gefunden: Frosine, eine mit «Gerissenheit und rastloser Betriebsamkeit» ausgestatte Heiratsvermittlerin, stand Pate für die lebenslustige und geschäftige Dolly.

Bereits The Merchant of Yonkers war erfolgreich auf dem Broadway aufgeführt worden. Als 16 Jahre später über eine neue Produktion nachgedacht wurde, entschloss sich Wilder das Stück zu überarbeiten. Die grösste Änderung der Stücks erfolgte an der Figur der Dolly Levi, die nun von einer kleinen Nebenrolle zur zentralen Figur im neu benannten The Matchmaker wurde. Wilders Matchmaker wiederum nutzten Michael Stewart und Jerry Herman als Vorlage für ihr Erfolgsmusical Hello, Dolly!.

Jerry Herman, der für Musik und Songtexte zeichnete, war einer der wenigen erfolgreichen Broadway-Komponisten, die keine Ausbildung in diesem Bereich genossen hatten. Er ist bekannt für seine Revues und Broadway-Musicals, neben Hello, Dolly! ist La Cage aux Folles sein bekanntestes Werk. Er liebte einprägsame Melodien und eiferte seinem Vorbild Irving Berlin nach, Broadway-Hits zu schreiben, die in allen Bereichen des Musikmarkts Anklang fanden. Mit Hello, Dolly! gelang es ihm: Der Titelsong ist einer der am häufigsten gespielten Songs des 20. Jahrhunderts. Ihm zur Seite stand Michael Stewart, der den Text verfasste. Stewart ist hauptsächlich als Dramatiker für Musicals tätig gewesen und feierte mit Bye Bye Birdie und 42nd Street grosse Erfolge.

Das Musical wurde am 16. Januar 1964 in einer Inszenierung von Gower Champion uraufgeführt. Diese erste Broadway-Produktion von Hello, Dolly! wurde erst 1970 nach 2844 Vorstellungen abgesetzt. Das Musical erfreute sich lange grosser Beliebtheit, wurde 1969 mit Barbra Streisand verfilmt und erlebte 2017 wieder einen Erfolg, als es erneut am Broadway mit Bette Midler in der Hauptrolle aufgeführt wurde.

Nach St.Gallen kam Hello, Dolly! bereits wenige Jahre nach seiner Uraufführung in New York. 1968, in der ersten Saison im neuen Theater am Stadtpark, wurde das Werk mit Ingeborg Fanger in der Hauptrolle im Theater St.Gallen gespielt.

In die Rolle der Dolly Levi schlüpft in unserer Produktion, die am 15. Dezember Premiere feiert, Dagmar Hellberg, die dem St.Galler Publikum nicht unbekannt ist. Zuletzt war sie in On the Town und Anything Goes zu sehen. Als Horace Vandergelder steht ihr Walter Andreas Müller zur Seite, den ebenfalls eine langjährige Zusammenarbeit mit dem Theater St.Gallen verbindet. Zuletzt konnte man ihn in Don Camillo&Peppone erleben.
 

Presse

Roccosound

Gute Laune zum Jahresende in der Ostschweiz gesichert: Das Theater St.Gallen hat «Hello, Dolly!» gerufen, gekommen sind Dagmar Hellberg, Walter Andreas Müller und ein tolles Team, das zum nostalgisch verzauberten, spritzig frischen Musicalvergnügen lädt.

St.Galler Tagblatt

So nimmt «Hello, Dolly!», 1964 von Jerry Herman komponiertes Musical, rasch Fahrt auf. Wie auch der Zug, den alle besteigen in der Inszenierung, die Josef Ernst Köpplinger am Samstagabend im Theater St.Gallen präsentiert hat. Die Musik ist reich und bunt, rasch versinkt man in schönen, abwechslungsreichen Melodien. Zumal dem Dirigenten Koen Schoots ein wirklich grosses Orchester zur Verfügung steht, das Freude hat am Jazzunterfütterten Spiel.

Musicals

Insgesamt ein stimmiger und sehr unterhaltsamer Theaterabend. Getragen wird die Aufführung von der mitreissenden Musik, interpretiert vom wirklich tollen Sinfonieorchester St.Gallen unter der Leitung von Koen Schoots.

Blickpunkt Musical

Bereits die ersten voluminösen Töne aus dem voll besetzten Orchestergraben lassen erahnen, dass es musikalisch ein grandioser Abend wird.

Vorarlberger Nachrichten

Ein putzmunteres Ensemble hat hier das gute alte Musical zur vergnüglichen Unterhaltung mit dem nostalgischen Charme der Musik- und Tanzfilme um Fred Astaire und Ginger Rogers gemacht. Unter der musikalischen Leitung von Koen Schoots kommt die Musik flott aus dem Graben, während oben in bezaubernd nostalgischer Garderobe getanzt und gesungen wird.

Musicalstories

Ein hervorragend besetztes und stimmlich starkes Ensemble bringt, zusammen mit dem Chor und der Tanzkompanie des Theaters St.Gallen, ein Stück auf die Bühne, welches durch Witz und Charme durchweg unterhaltsam ist. Ein wahrlich unbeschwerter Abend. Das Publikum würdigte die gelungene Inszenierung mit langanhaltendem Applaus und Bravo-Rufen.

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Grosses Haus

Das Grosse Haus ist das Herzstück des Theaters St.Gallen. Über 400 Mal hebt sich jährlich der Vorhang in dem Bau von Claude Paillard im Museumsviertel, in dem 741 ZuschauerInnen Platz finden.

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