12
Dezember 2021
Sonntag
17:00-18:20
Frau Müller muss weg
Komödie von Lutz Hübner und Sarah Nemitz

Zum Stück

Die Schulnoten einiger Mittelstufen-Schüler*innen aus der Klasse der engagierten und erfahrenen Lehrerin Marianne Müller haben sich, sehr zum Unmut der Eltern, deutlich verschlechtert. Möglicherweise schaffen nicht alle den erhofften Sprung in die Sekundarschule oder ans Untergymnasium. Eine Katastrophe für die Zukunft der Kinder! Doch wer trägt die Schuld an der Misere? An den begabten ‹Kleinen› kann es ja wohl nicht liegen. Schnell hat der Elternrat in der vermeintlich überforderten Klassenlehrerin die Schuldige gefunden. Eine fünfköpfige Elterndelegation will die ahnungslose Pädagogin zur Abgabe der Klasse bewegen, denn man ist sich einig: Frau Müller muss weg! Es beginnt ein atemberaubender Psychokrieg, in dem bald alle gegen alle kämpfen und es zu manch unerwarteter Wendung kommt.
Als genauer Beobachter gesellschaftlicher Entwicklungen zeichnet der Autor Lutz Hübner mit bitterbösem Humor die überzogenen Ansprüche von Eltern und Lehrpersonen in einer Leistungsgesellschaft, in der jedes Mittel recht ist, den Nachwuchs nach vorne zu bringen und sich dabei selbst aus der Verantwortung zu stehlen.

Besetzung

Zugabe

Presse

Saiten

Zwischen hölzernen Schulbänken wird Tacheles geredet: Eine für alle, doch alle gegen eine. Anja Horst inszeniert am Theater St.Gallen die Komödie «Frau Müller muss weg». Prädikat: unterhaltend und pädagogisch wertvoll. [...] "Frau Müller muss weg" ist eine Komödie mit hohem Identifikationsgrad. Durch häufige Publikumsadressierungen entspinnt sich ein Wechselspiel zwischen Komplizenschaft und Gefügigkeit. Frau Müller sucht beim Publikum tapfer nach Unterstützung und Verstärkung, die Eltern nach Bestätigung und Genugtuung. Das Premierenpublikum reagierte entsprechend stark, kommentierte flüsternd, applaudierte, lachte peinlich berührt oder lauthals über Situationskomik und Dialogwitze. Das spricht für die starke Wirkung eines Stücks, das wie seine Figuren nach Unterhaltung «schreit» und zugleich zum Nachdenken anregt.

St.Galler Tagblatt

Wo das Gymnasium als einziger Weg zur Seligkeit gilt, gehen Eltern notfalls über Leichen – darüber kann man sich im pointenreichen Erfolgsstück von Lutz Hübner und Sarah Nemitz gut amüsieren. Regisseurin Anja Horst hat es gestrafft und nach St.Gallen verpflanzt: Auch da ist die Elternschaft urban aufmüpfig. Diana Dengler behauptet sich als Lehrerin mit urkomischer Redlichkeit. [...] Wenig später läuft die Sache ziemlich aus dem Ruder, die Emotionen kochen hoch – und alles kommt, wie sich das für eine gut geschriebene, auf Pointen zielende Komödie gehört, am Ende völlig anders. Aber wirklich: ganz anders.

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