8
Mai 2021
Premiere
Samstag
19:00-21:00
Florencia en el Amazonas
Oper von Daniel Catán

Zum Stück

Ein Amazonas-Dampfer bricht zu einer Reise in die Hafenstadt Manaus in Brasilien auf. An Bord befindet sich die berühmte Opernsängerin Florencia Grimaldi. Ihr früherer Geliebter Cristóbal verschwand auf einer Schmetterlingsjagd im Dschungel. Nun hofft Florencia auf ein Wiedersehen mit ihm in Manaus. Doch die Reise dorthin ist von grossen und kleinen Tragödien bestimmt.
Die Oper Florencia en el Amazonas basiert auf Motiven aus Werken des kolumbianischen Autors Gabriel García Márquez, der als Meister des magischen Realismus gilt. Der mexikanische Komponist Daniel Catán fängt die Atmosphäre der Schiffsreise durch den Dschungel geschickt in seiner Partitur ein, die von opulenten Melodien, farbintensiver Orchestration und lebhaften Rhythmen bestimmt ist.

Oper in zwei Akten

Schweizer Erstaufführung

Uraufführung: 25. Oktober 1996, Wortham Theater Center der Houston Grand Opera

Musik von Daniel Catán
Libretto von Marcela Fuentes-Berain

In spanischer Sprache mit deutschen Übertiteln

«Die Liebe ist kein Gefängnis, sie ist ein unermessliches Meer.»

Besetzung

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Radio SRF 2 Kultur

Katia Pellegrino singt sich während der Premiere vor allem in der Höhe immer mehr frei und füllt schliesslich die Rolle der Diva eindrucksvoll aus. Ein Glücksfall ist die Besetzung des zur Kapitänin gewandelten Cristóbal, ergreifend gespielt und gesungen von Sam Taskinen, selber Transfrau, mit ihrem sonoren Bassbariton. Das Sinfonieorchester St.Gallen spielt wegen der schieren Grösse der Besetzung auf der Hinterbühne, stets sichtbar durch die halbtransparente Videowand. Und es evoziert unter der Leitung von Pedro Halffter das Wogen des Amazonas, die schillernden Farben und die dramatischen Kulminationen der Musik aufs Beste.

Deutschlandfunk

Man muss sich an diese Ästhetik des Regisseurs Krystian Lada durchaus gewöhnen, aber es funktioniert, und die grossen Emotionen sind toll dargestellt, auch von den Protagonisten.

St.Galler Tagblatt

Medial gebrochen wird das Seelendrama nach Motiven des kolumbianischen Romanciers Gabriel García Marquéz sowieso: in Nahaufnahmen zwischen der Vorderbühne und dem Orchester. Dieses ist hinter der transparenten Grossleinwand mehr zu erahnen als sichtbar, aber dennoch geradezu magisch gegenwärtig. Als wilde, atemberaubend schöne, flatterhafte Natur. Als rauschender Strom, auf dem die Lichtreflexe tanzen. «Florencia en el Amazonas» ist grosses Kino für die Ohren: reichlich Puccini, verfeinert mit französischen Duftnoten und lateinamerikanischen Klängen, Marimba, afrikanischen und karibischen Trommeln. Das Sinfonieorchester St. Gallen unter der Leitung von Pedro Halffter liefert jedoch nicht nur den Soundtrack aus dem Off. Vielmehr spielt es im Hintergrund die Hauptrolle, spült als Verkörperung des Amazonas Gefühle in Übergrösse herauf: verdrängte Ängste, Illusionen, unerfüllte Wünsche.

Roccosound

Der Sehnsuchtsort Manaus ist für Florencia zum apokalyptischen Ort geworden. Was ihr bleibt, was uns bleibt, ist ihr Gesang, ob illusionär, ob beschwörend – jedenfalls der musikalischen Lebensader verpflichtet, die das Orchester klangmächtig repräsentiert. Es spielt auf der Bühne hinter einer halbtransparenten Wand, gewiss auch aus räumlichen Gründen, aber auch mit dem Effekt, dass wir dort den Amazonas fliessen hören. Das Sinfonieorchester St.Gallen ist unter der Leitung von Pedro Halffter unermüdlich, magisch im Fluss und trägt uns mit.

KlassikInfo

Die Inszenierung, die die Emotionen der Bühnengestalten auch ohne Amazonasdampfer deutlich werden ließ, hatte auch das Schweizer Publikum offensichtlich mit in den Strudel dieser Klang- und Gefühlssensationen gezogen und bis zum Sehnsuchtsschluss nicht wieder aus dem Griff der Spannung entlassen.

Onlinemerker

Ein wunderbar intensiver Abend.

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