12
Dezember 2019
Donnerstag
19:30-22:00
Endstation Sehnsucht
Drama von Tennessee Williams

Zum Stück

Einst Angehörige des Südstaaten-Geldadels und nun mittellos, steigt Blanche DuBois aus der Strassenbahn mit der Endhaltestelle ‹Sehnsucht›, um sich auf unbestimmte Zeit bei ihrer Schwester Stella einzuquartieren. Ihre herrschaftlichen Lebensverhältnisse sind längst Vergangenheit, der gesamte Besitz ist soeben versteigert worden. Die Schwestern haben beide nichts mehr als ihr Leben. Die Ehe von Stella und ihrem proletarischen Mann Stanley wird durch eine starke erotische Anziehung zusammengehalten, erweist sich aber mit der Anwesenheit von Blanche als konfliktanfällig. Eine stürmische Zeit zu dritt in der schwülen Hitze von New Orleans beginnt.
A Streetcar Named Desire, 1947 in New York uraufgeführt und bald darauf von Elia Kazan verfilmt, ist Tennessee Williams’ bekanntestes Drama. 1948 erhielt er dafür den Pulitzer-Preis. Meisterhaft beschreibt Williams das Aufeinandertreffen zweier Welten, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten: Der Konflikt zwischen Blanche, Stella und Stanley ist der Konflikt zwischen Illusion und Wirklichkeit, zwischen weiblicher Poesie und männlicher Härte, zwischen Sehnsucht und Trieb – ein psychologisch subtiles und ungemein packendes Drama um menschliche Leidenschaften und Lebenslügen.

«Ich hoffe, du bist zufrieden mit dem, was du angerichtet hast.»

Besetzung

Zugabe

Dramaturg Armin Breidenbach zu Besuch bei den Kowalskis: Die Videoeinführung zu Endstation Sehnsucht.

Presse

St.Galler Tagblatt

Mit «Endstation Sehnsucht» von Tennessee Williams gelingt Jonas Knecht am Theater St.Gallen ein eindringlicher Wurf. Nicht zuletzt dank Anja Tobler in der Rolle der Blanche DuBois, deren Spiel frösteln lässt.

Ostschweiz am Sonntag

Clemens Walters Videokonzept und Jonas Knechts Insze­nierung verbinden sich auf eindrucksvolle Weise zu einem Ganzen. Sie finden auf Michael Köpkes Bühne ein ideales Tummelfeld. Der enge Wohnwagen und ein paar Plastikstühle draussen genügen, um das menschliche Drama in Szene zu setzen. Andi Peter unterlegt mit Bassgitarre, Klavier und Stimme ­einen Klangteppich, der viel beiträgt zur eindringlichen Wirkung des Abends.

Nachtkritik

Die Liveübertragung gibt den Schauspielern, allen voraus Anja Tobler als Blanche, die Gelegenheit, genauer und feiner zu spielen. Beeindruckend, wie Tobler ihre Blanche zwischen Hoffnung und Verzweiflung oszillieren lässt, wie sie sich am eigenen Verführungsspiel berauscht, das sie ausnahmslos allen Männern angedeihen lässt, die ihr begegnen.

Saiten

Die Idee, mit Live-Video-Übertragung zu arbeiten, mag aus der Inszenierung von Ingmar Bergmans "Szenen einer Ehe" stammen, die am gleichen Haus kürzlich zu sehen war. Nur ist das Konzept (Clemens Walter) hier verfeinert und verlangt den Schauspielern Enormes ab. Fast pausenlos werden sie durch Kameras verfolgt. Auf einer grossen Projektionsfläche über der Bühne werden die Aufnahmen, live-gemischt (Reto Müller), übertragen. Nahaufnahmen, Seitenaufnahmen, Innenszenen – der Blick des Zuschauers wird multiperspektivisch aufgebrochen. Und doch bleibt am Ende das Ganze kompakt und absolut stimmig, schwebend zwischen Film und Theater.

Südkurier

Langer Applaus für bewegendes Theater.

Termine & Tickets

Grosses Haus

Das Grosse Haus ist das Herzstück des Theaters St.Gallen. Über 400 Mal hebt sich jährlich der Vorhang in dem Bau von Claude Paillard im Museumsviertel, in dem 741 ZuschauerInnen Platz finden.

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