21
April 2020
Dienstag
19:30-22:30
Die Orestie
Tragödie von Aischylos

Zum Stück

Nach dem Sieg über Troja kehrt Agamemnon heim zu seiner Frau Klytaimnestra. Zehn Jahre zuvor hatte er auf dem Weg in den Krieg seine Tochter Iphigenie opfern müssen, weswegen seine Frau ihm zur erbitterten Feindin wurde. Sie sinnt von da an sehnsüchtig auf Vergeltung für dieses Opfer und stiftet ihren neuen Mann Aigisthos, den Cousin von Agamemnon, an, ihn zu ermorden. Nun nimmt ein erbitterter Rachefeldzug seinen Lauf: Orest und Elektra, die weiteren gemeinsamen Kinder, wollen Genugtuung für den Mord am Vater, und Orest richtet die eigene Mutter. Dafür erhalten sie zwar vom Volk Zuspruch, aber auch erzürnte Gegenspielerinnen in Form der von Klytaimnestra herbeigerufenen Rachegöttinnen. Gott Apollon rät zu einem Gerichtsverfahren. Im Zuge dessen setzt Göttin Athene mit ihrer Entscheidung dem Instrument der Blutrache eine neue Form der Rechtsprechung entgegen. Der Fluch der Atriden scheint gebannt, der ewige Kreislauf aus Mord und Rache durchbrochen.
Am Beginn der europäischen Theatertradition steht mit der Orestie eine Trilogie, die von Recht und Gerechtigkeit, Schuld und Sühne, Moral und Tradition handelt. Über allem schwebt der Fluch der Atriden, nach dem Blut mit Blut vergolten werden muss, Ehebruch, Mord und zahllose Grausamkeiten sich nahezu zwanghaft wiederholen und Versöhnung unmöglich scheint. Denn die Götter greifen immer wieder aus egoistischen Motiven in das Leben der Menschen ein und verhindern jegliche Entwicklung. Die Orestie wurde um 458 v. Chr. in Athen uraufgeführt und geriet zum gefeierten Stück über die Geburt der demokratischen Rechtsstaatlichkeit.

«Was er selber begonnen, sühnt er, vom Eisen gefällt, im Tod.»

Besetzung

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Das Grosse Haus ist das Herzstück des Theaters St.Gallen. Über 400 Mal hebt sich jährlich der Vorhang in dem Bau von Claude Paillard im Museumsviertel, in dem 741 ZuschauerInnen Platz finden.

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