26
Januar 2020
Sonntag
19:00-21:30
Der Prozess
Schauspiel von Anita Augustin nach dem Roman von Franz Kafka - Uraufführung - Koproduktion mit der Hochschule für Schauspielkunst "Ernst Busch" Berlin

Zum Stück

Josef Ka ist Chief Investment Officer und Portfoliomanager bei der Privatbank „Gallus und Söhne“. Für die Bank tut er alles, denn ihr Motto lautet: Die Bank ist alles.
Zwar weiss Ka, dass die Welt und speziell die Gesellschaft, in der er lebt, nach allgemein anerkannten Regeln funktioniert. Nach Gesetzen, an die man sich hält. Nur hält Ka sich nicht immer an diese Regeln und Gesetze. Ausser, er kann für die Bank Profit erwirtschaften.
Als er an seinem 30. Geburtstag zum Mitarbeiter des Jahres gekürt wird, ist das kein Zufall. Ka macht schliesslich richtig gute Arbeit und kassiert dafür auch ein richtig gutes Gehalt. Seine Kollegin Nora Bürstner macht auch gute Arbeit, ist aber eine Frau. Und in der Bank „Gallus und Söhne“ sind die Männer am Drücker.
Noch auf der Feier wird Ka verhaftet - von Franz und Willem, zwei Witzfiguren. Dabei kann es sich nur um einen schlechten Scherz handeln: Zwei Polizisten, die wie Freaks daherkommen und statt Pistolen eine Wurst haben. Und bestimmt neidisch sind auf seine schicken Klamotten. Gut, bei „Gallus und Söhne“ ist der Humor manchmal nicht ganz seiner, aber was macht Ka nicht alles für die Karriere. Dass die Verhaftung dann seltsam ernste Züge annimmt, eine Puppe der Vorgesetzte der beiden Clowns sein und Ka sich am Sonntagmorgen zu einer Untersuchung einfinden soll, findet er einfach nur lächerlich. Auf der anderen Seite… irgendwas stimmt doch hier nicht. Warum gerade er? Wieso gerade so? Hat sich die Welt gedreht? Und was hat das mit dem Gesetz zu tun? Der Prozess verwandelt Kas Leben in einen Alptraum, aus dem er nicht erwachen kann. Denn das Gesetz ist nicht zu bezwingen.

In dieser Inszenierung kommt es zu einer Zusammenarbeit mit der Hochschule für Schauspielkunst ‹Ernst Busch› Berlin, einer der renommiertesten Theaterhochschulen im deutschsprachigen Raum. Der vierte Studienjahrgang der Abteilung Zeitgenössische Puppenspielkunst wird gemeinsam mit seinem Mentor Prof. Markus Joss, der Co-Regie führen wird, in der Inszenierung mitspielen. Das Zusammenspiel von Puppen und Menschen auf der Bühne drängt sich förmlich auf. Denn die zuerst wohlgeordnete Welt des Protagonisten Ka wird im Verlauf der Geschichte immer surrealer, die Grössenverhältnisse und Perspektiven verschieben sich, die Logik ist aufgehoben.

«Wie kann ich denn verhaftet sein? Und gar auf diese Weise?»

Besetzung

Partner

Zugabe

Unser Video-Blog zu den "Prozess"-Proben
Teil 1
Teil 2

Einladung in das kafkaeske Universum: Einführungs-Video von Dramaturg Armin Breidenbach

Presse

St.Galler Tagblatt

Zerteilte Körper auf reinweissen Sockeln: Kafkas «Prozess» beeindruckt im Theater St.Gallen mit albtraumhafter Ästhetik [...] Schauspieldirektor Jonas Knecht hat St.Gallen einen mutigen Theaterabend beschert. Er bringt "Der Prozess" (nach Kafka) auf die Bühne im Grossen Haus. Der Clou: Die Puppen, mit denen die Schauspieler interagieren, als wären sie lebendig.

Saiten

Das virtuose Handwerk der Figurenspieler bietet höchste Schaulust. Die Inszenierung von Schauspieldirektor Jonas Knecht und seinem Berliner Co-Regisseur Markus Joss fährt eine verschwenderische Fülle von Bildern, Figurenkonstellationen und Anspielungen auf, denen man als Zuschauer fasziniert folgt und sich ab und zu auch ähnlich klaustrophobisch ausgeliefert fühlt wie Protagonist Ka seinem Prozess.

Südkurier

Das Theater St.Gallen bringt Franz Kafkas Roman "Der Prozess" in der Bearbeitung von Anita Augustin auf die Bühne. Regisseur Jonas Knecht macht ihn zu einem Fest der skurrilen Bilder.

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UM!BAU

Der UM!BAU ist für rund zwei Jahre die provisorische Theaterspielstätte des Theaters St. Gallen, dessen Stammhaus einer Totalsanierung unterzogen wird und dadurch nicht für den Theaterbetrieb zur Verfügung steht. Der UM!BAU befindet sich auf dem Unteren Brühl, in unmittelbarer Nähe zum Theater und zur Tonhalle.

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