12
Mai 2022
Donnerstag
19:30-21:40
Biedermann und die Brandstifter
Ein Lehrstück ohne Lehre von Max Frisch

Zum Stück

Aus der Zeitung erfährt der wohlhabende Haarwasserfabrikant Gottlieb Biedermann, dass sich in der Stadt Brandstiftungen häufen. Nach immer gleichem Vorgehen nisten sich die Übeltäter, als Hausierer getarnt, auf den Dachböden der Häuser ein, um sie alsdann in Brand zu setzen. In solchen Zeiten hält Biedermann ein gewisses Misstrauen für angebracht. Dennoch gewährt er kurz darauf dem obdachlosen Ringer Schmitz Quartier auf seinem Dachboden. Als plötzlich zwei weitere Kumpane des Ringers auftauchen und Benzinfässer hinaufschleppen, befällt Biedermann eine ungute Vorahnung. Doch anstatt die Verbrecher auf die Strasse zu setzen, gibt er sich zunehmend gastfreundlich, in der Hoffnung, man möge ihn verschonen. So nimmt die Katastrophe ihren Lauf und man geht offenen Auges dem Untergang entgegen.
 
Die erste Idee zu diesem amüsanten Lehrstück ohne Lehre ist in den Tagebüchern von Frisch 1946 -1949 zu finden. 1953 entsteht daraus im Auftrag des Bayerischen Rundfunks eine Hörspielfassung, 1958 kommt es nach einer weiteren Bearbeitung durch Frisch zur Uraufführung am Schauspielhaus Zürich.
Auch in der heutigen Zeit wirkt Frischs politische Parabel brandaktuell, erzählt vom Nicht-Handeln in Anbetracht der Bedrohung, von Inaktivität als politischer Haltung und von Opportunismus.

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Biedermann und die Brandstifter - das Making-of-Video

Presse

Saiten

100 Prozent Swiss Quality. 100 Prozent Bünzlitum. 100 Prozent Feuer im Dach. Wohin führt das denn heutzutage? Christina Rast inszeniert Max Frischs «Biedermann und die Brandstifter». Das «Lehrstück» öffnet die Augen und ist an Brisanz, Absurdität und amüsanter Wirkung kaum zu übertreffen.

Oper und Kultur

Von Christina Rast amüsant in Swiss Made inszeniert, präsentiert sich das Lehrstück, nicht zuletzt dank fulminanter Schauspielkunst, provokant und gleichsam eindringlich. Veranschaulicht dessen ernsten Hintergrund samt der Lehre, dass es aus der Geschichte dann doch nichts zu lernen gibt. [...] Ehre für die fulminanteste Schauspielleistung gebührt dabei in erster Linie Diana Dengler, die es in der Titelrolle nicht nur schafft, Gestik und Mimik eines alternden Mannes perfekt umzusetzen. Sie veranschaulicht ebenso eindringlich und mit urkomischem Talent die politische Dummheit des Bürgers, der selbstverliebt, zu bequem und ängstlich ist, um gegen die Obrigkeit anzutreten. Inwiefern sich die Lehre auf die aktuellen Ereignisse adaptieren lässt, sei jedem selbst überlassen. Auch Anja Tobler legt als Komplize Eisenring, zusammen mit dem Brandstifter Schmitz, gespielt von Tobias Graupner eine witzige und gleichzeitig tiefgründige Interpretation aufs Parkett. Markant und grossartig mit dabei auch die Leistung von Birgit Bücker als Hausangestellte Anna.

St.Galler Tagblatt

Mittendrin immer Biedermann, Weltmeister im Zu- und Wegschauen, die Hände mal hilflos in der Luft, dann wieder lässig in den Hosentaschen, zum Dinner mit den Schlingeln sogar «casual», im pastellfarbenen Hirsch-Shirt. Diana Dengler verleiht ihm etwas Putziges, mag er auch noch so vernagelt sein und stets darauf bedacht, irgendwie unbeteiligt und mit heiler Haut davonzukommen.

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