28
Mai 2019
Uraufführung
Dienstag
20:00-22:00
Ausgegrenzt und weggesperrt (AT)
Schauspiel von Darja Stocker - Uraufführung

Zum Stück

Die Schweiz arbeitet gegenwärtig ein düsteres Kapitel ihrer Sozialgeschichte auf. Bis 1981 werden von den Behörden unter dem Begriff ‹Fürsorgerische Zwangsmassnahmen› massive Verletzungen gegen die Menschenrechte begangen. Kinder werden aus sozialen Gründen fremdplatziert, Jugendliche, Männer und Frauen in Straf-, Erziehungs- oder Arbeitsanstalten ‹versorgt›. Viele Frauen wurden zwangssterilisiert oder gezwungen, ihre Kinder zur Adoption freizugeben. Erst als die Schweiz 1974 die Europäische Menschenrechtskonvention unterzeichnet hat, wird die administrative Versorgung abgeschafft. Nachdem 2014 die Wiedergutmachungsinitiative zustande kommt, setzt der Bundesrat eine Unabhängige Expertenkommission zur Aufarbeitung der Geschichte der administrativ Versorgten ein. Die Kommission wird Ende 2018 ihren Bericht vorlegen. Es ist nach dem Bergier-Bericht der zweite Bericht in dieser Form.
Die Schweizer Autorin Darja Stocker schreibt zu diesem dringlich-traurigen Thema ein neues Stück für das Theater St.Gallen. Dabei interessiert sie neben den Schicksalen der Betroffenen insbesondere auch die Rolle des Staates und der Gesellschaft. Wie kann es sein, dass die administrative Versorgung oft auf so skandalöse Weise und bis in die jüngste Vergangenheit praktiziert wurde? Und welche Prozesse, Werte, Strukturen und Funktionäre in der Gesellschaft haben das möglich gemacht?
Nach Das Schweigen der Schweiz und Lugano Paradiso setzt das Schauspiel seine erfolgreiche Auseinandersetzung von Schweizer AutorInnen mit Schweizer Themen fort.

«Das Schlimmste war, dass ich gar nicht wahrgenommen wurde.»

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