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Juli 2022
Donnerstag
19:00-20:00
Allegories of Desire

 

     

    «Mit Küssen seines Mundes bedecke er mich. / Süsser als Wein ist deine Liebe.» So beginnt eine der geheimnisvollsten Sammlungen von Liebesliedern: das Hohelied Salomos aus dem Alten Testament. Die Gedichte mit teils erotischen Beschreibungen faszinierten über die Jahrhunderte sowohl westliche als auch östliche Künstler von Hildegard von Bingen über Machaut, Palestrina, Monteverdi, Schütz und Bach bis hin zu zeitgenössischen Komponisten. Es wird vor allem als eine Allegorie für die Liebe Gottes und für die Liebe zu Gott betrachtet. Das belgische Ensemble Zefiro Torna, das Vocalconsort Berlin und die tunesische Sängerin Ghalia Benali stellen in ihrem aussergewöhnlichen Programm Allegories of Desire Vertonungen des Hoheliedes aus mehreren Jahrhunderten ins Zentrum. Dabei trifft Musik aus Mittelalter, Renaissance und Barock auf arabische Lieder und Gedichte: ein faszinierender musikalischer Dialog zwischen Abend- und Morgenland.

    Johann Christoph Bach Meine Freundin, du bist schön («Hochzeitskantate»)
    John Dunstable Quam pulchra es
    Hildegard von Bingen/Ghalia Benali/Abdalla Ghoneem Favus distillans – Mw'soul
    Guillaume de Machaut Maugré mon cuer/de ma dolour confortés/Quia amore langueao
    Ghalia Benali/Abdalla Ghoneem Last embrace
    Heinrich Schütz Ego dormio/Vulnerasti cor meum
    Ghalia Benali/Che the Archive Dry Veins
    Orlandus di Lasso Veni dilecti
    Allessandro Grandi O, quam tu pulchra es
    Riad Al Sunbaty für Oum Kalthoum/Text: Rābiʻaal-ʻAdawiyya Araftu'lHawa 
    Claudio Monteverdi
    Quam pulchra es (aus: Vespro della beata Vergine)
    Dietrich Buxtehude Ad latus – Surge amica mea (aus: Membra Jesu nostri)
    Giovanni Felice Sances Vulnerasti cor meum
    Traditionell Lama Bada
    Johann Christoph Bach/Ghalia Benali Mein Freund ist mein (Chaconne) aus: Meine Freundin, du bist schön
    Ghalia Benali/Rābiʻa al-ʻAdawiyya Dama daiman

    Ghalia Benali ist eine tunesisch-belgische Sängerin, Songwriterin, Tänzerin und Schauspielerin. Die Mischung verschiedener musikalischer Stile und Kulturen sind für sie, die in Brüssel geboren wurde und im Süden Tunesiens aufwuchs, eine Selbstverständlichkeit. Ihre Musik zeichnet sich denn auch aus durch ihre Zugehörigkeit zu verschiedenen Genres. Sie prägt mit ihrem Schaffen die zeitgenössische arabische Musik, weswegen sie auch als «Aretha Franklin von Karthago», «Botschafterin der arabischen Kultur» oder «Enkelin vonOumKulthum», der berühmten ägyptischen Sängerin, bezeichnet wird. 
     
    2003 gegründet, arbeitet der das Vocalconsort Berlin mit unterschiedlichen Dirigenten, darunter u.a. René Jacobs, Simon Rattle, Marcus Creed, Jos van Immerseel, Pablo Heras-Casado und Ivan Fischer, aber vor allem mit festen Partnern wie Daniel Reuss, Folkert Uhde und Sasha Waltz zusammen. Der Chor ist regelmässig in den Musikmetropolen und auf den grossen Festivals Europas präsent. Wandlungsfähig in der Besetzung reicht das Repertoire von Alter Musik bis hin zu zeitgenössischen Werken. Es feiert mit seiner beeindruckenden Homogenität Erfolge sowohl in a cappella-Aufführungen als auch in szenischen Produktionen, in denen es bewusst die Grenzen der klassischen Genres und Disziplinen überschreitet. In den letzten Jahren intensivierte sich die Zusammenarbeit mit dem Konzerthausorchester Berlin sowie mit der Komischen Oper Berlin unter der Leitung und Intendanz von Barrie Kosky.
     
    Das belgische Vokal-Instrumental-Ensemble Zefiro Torna erweckt das kulturelle Erbe aus Mittelalter, Renaissance und Barock auf einzigartige Weise zu neuem Leben. Es beschränkt sich dabei nicht nur auf einen historischen Ansatz, sondern verbindet es mit anderen Musiktraditionen, Literatur, Wissenschaft, Philosophie, der bildenden Kunst, Theater und Tanz. Das Ensemble arbeitete in der Vergangenheit mit Künstlern, Regisseuren, Choreografen, Komponisten, Performance-Künstlern und Ensembles. Es ist regelmässiger Gast in renommierten Konzerthäusern und an Festivals in Belgien und ganz Europa. Die Programme des Ensembles werden regelmässig mit Preisen ausgezeichnet, einige von ihnen wurden bei den Labels Et’Cetera, Warner Classics und Homerecords auch als CD veröffentlicht.

    Kirche St. Laurenzen

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