Frank Fannar Pedersen übernimmt die Künstlerische Leitung der Sparte Tanz

Der Verwaltungsrat der Genossenschaft Konzert und Theater St.Gallen hat an seiner gestrigen Sitzung den Tänzer und Choreografen Frank Fannar Pedersen zum Künstlerischen Leiter Tanz per Spielzeit 2023/2024 gewählt. Der Isländer lebt seit acht Jahren in der Schweiz. Als Tänzer arbeitete er mit nahezu allen namhaften zeitgenössischen Choreografen zusammen. Der 31-Jährige hat bereits als aussergewöhnlicher Choreograf u.a. am Hessischen Staatstheater Wiesbaden, am Nationaltheater Mannheim, mit der Iceland Dance Company, am Theater Basel und der Tanzplattform Bern auf sich aufmerksam gemacht.
 
Für Jan Henric Bogen, den designierten Direktor von Konzert und Theater St.Gallen, ist Pedersen die ideale Besetzung für die Leitung der Sparte Tanz: «Seine Vorstellungen von Führungsverantwortung, sein Werteverständnis und seine Überzeugungen in Bezug auf die Notwendigkeit künstlerischer Auseinandersetzung in unserer Gesellschaft haben mich von Anfang an beeindruckt. Und sein choreografischer Stil zeichnet sich durch scheinbar unerschöpfliche Fantasie und Ideenreichtum aus. Pedersen denkt nicht nur als Choreograf, sondern schafft in seinen Kreationen eigene Welten, die gleichermassen verspielt und intelligent sind.»
 
Frank Fannar Pedersen bezeichnet es als «grosse Freude und Ehre», die Leitung Tanz am Theater St.Gallen übernehmen zu dürfen: «Ich freue mich auf die Zusammenarbeit mit der Kompanie und möchte auf dem grossartigen Fundament, das vor meiner Zeit gelegt wurde, gemeinsam mit kreativen und vorausschauend denkenden Teams aufbauen. Unsere Arbeiten sollen die Welt, in der wir leben, reflektieren. Mein Anliegen ist es, hochqualitative Tanzabende für Kanton und Stadt St.Gallen und die gesamte Region zu erschaffen und vor allem durch die Sprache der Bewegung Gelegenheiten für Begegnungen zu ermöglichen und diese zu teilen. Denn ich glaube, dass der Tanz ausdrücken kann, was Worten unmöglich ist.»
 
Für die Position der Künstlerischen Leitung Tanz waren 16 Bewerbungen von sieben Frauen und zwölf Männern aus der Schweiz, Deutschland und vier weiteren Ländern eingegangen (darunter drei Teambewerbungen). Das interne Auswahlgremium mit dem künftigen Theaterdirektor Jan Henric Bogen und den beiden Musiktheater- und Tanzdramaturginnen Caroline Damaschke und Christina Schmidl wurde unterstützt von Jan Vandenhouwe, Artistic Director Royal Ballet of Flanders, Antwerpen, und Sonja Westerbeck, Chefdramaturgin am Staatstheater Mainz und ehemalige Dozentin an der Palucca Hochschule für Tanz Dresden.
 
Beurteilt wurden die Verbindung eines hochstehenden künstlerischen Anspruchs mit einer wirksamen, auf das Theater St.Gallen bezogenen Publikumsansprache, choreografisches Potential, Vernetzung in der Tanzwelt, Kenntnis von Stadt und Kanton St.Gallen, der Ostschweiz und des Bodenseeraums, Teamfähigkeit und Führungsstil sowie die Haltung gegenüber den Kernwerten Diversität, Nachhaltigkeit und Partizipation. Ausserdem wurde die Aufgabe gestellt, einen Muster-Spielplan vorzulegen.