Barbara-David Brüesch übernimmt künstlerische Leitung des Schauspiels

Der Verwaltungsrat der Genossenschaft Konzert und Theater St.Gallen hat an seiner Sitzung vom 16. Mai die Regisseurin Barbara-David Brüesch als Künstlerische Leitung Schauspiel per Spielzeit 2023/2024 gewählt. Erstmalig in der Geschichte des Theaters St.Gallen übernimmt damit eine Frau diese Position.

Die schweizerisch-italienische Doppelbürgerin ist seit 2016 freiberufliche Hausregisseurin am Theater St.Gallen und hat in dieser Zeit vielbeachtete Inszenierungen wie Hamlet, Geschichten aus dem Wiener Wald, Sein oder Nichtsein, Szenen einer Ehe, Black Rider, Verminte Seelen und zuletzt das Familienstück Die kleine Hexe auf die Bühne gebracht. Die gebürtige Churerin, die seit 2002 in Zürich lebt, ist damit bestens mit dem Haus wie mit den Ostschweizer Gegebenheiten vertraut und steht trotzdem auch für einen Neubeginn. „Barbara-David Brüeschs Bewerbung ist eine Weiterentwicklung des Bisherigen: Gut eingeführte Formate werden weitergeführt und ergänzt mit neuen Ideen, Handschriften und Herangehensweisen. Dieses Spannungsfeld von Innovation und Konstanz ist die richtige Voraussetzung für einen gelungenen Neustart“, sagt Jan Henric Bogen, der designierte Direktor von Konzert und Theater St.Gallen ab der Spielzeit 2023/2024.

Die Besetzung der Position Künstlerische Leitung Schauspiel wurde über ein dreistufiges Bewerbungsverfahren abgewickelt, zu dem auch ein Hearing mit den Ensemblevertreter*innen gehörte. Die freie Journalistin Valeria Heintges, der St.Galler Autor Christoph Keller, Tanja Scartazzini (Leiterin Amt für Kultur des Kantons St.Gallen) sowie Klaus Kusenberg, Schauspielregisseur und Intendant des Theaters Regensburg, begleiteten das Auswahlverfahren als beratendes Gremium. Beurteilt wurden die Verbindung eines hochstehenden künstlerischen Anspruchs mit einer wirksamen, auf das Theater St.Gallen bezogenen Publikumsansprache, Kenntnis von Stadt und Kanton St.Gallen, der Ostschweiz und des Bodenseeraums, Teamfähigkeit und Führungsstil sowie die Haltung gegenüber den Kernwerten Diversität, Nachhaltigkeit und Partizipation. Ausserdem wurde die Aufgabe gestellt, einen Muster-Spielplan vorzulegen. Insgesamt waren 22 Bewerbungen eingegangen.

Die 1975 geborene Barbara-David Brüesch vereint sämtliche genannten Kriterien in ihrer Person und Tätigkeit. Sie ist eine gefragte Theater- und Opernregisseurin im In- und
Ausland, deren Arbeiten u.a. an den Theatern Bern, Basel, Luzern, Kanton Zürich, Stuttgart, Graz, den Berliner Festwochen, der Ruhrtriennale, den Wiener Festwochen und den Bregenzer Festspielen zu sehen waren. Bevor sie Hausregisseurin am Theater St.Gallen wurde, übte sie die gleiche Funktion am Wiener Schauspielhaus und am Staatstheater Stuttgart aus. Ihr Regiestil zeichnet sich durch starke, evozierende Bilder aus, die die Spielenden stets ins Zentrum rücken. Als Schauspiel- wie Opernregisseurin steht Barbara-David Brüesch für spartenübergreifendes Arbeiten; sie ist international, national und bereits auch regional und lokal bestens vernetzt. Neben ihrer Regietätigkeit ist sie Gastdozentin für Regie an der Zürcher Hochschule der Künste ZHdK.

«Ich freue mich darauf, im Schauspiel am Theater St.Gallen mit neuen Regiehandschriften, einem Ausbau der Kinder- und Jugendarbeit, durch mehr Teilhabe und regionale und inter-nationale Vernetzung neue Impulse zu setzen», sagt Barbara-David Brüesch. «In spartenübergreifenden Projekten sehe ich zusammen mit Jan Bogen das grosse Potential für neue künstlerische Wege am Theater St.Gallen. Nachhaltigkeit in den Produktionsprozessen ist mein grosses Anliegen, um das Schauspiel zukunftsfähig zu halten. Jonas Knecht übergibt mir eine gute aufgestellte Schauspielsparte. Von ihm eingeführte Formate wie den Dramenprozessor, das Schauspielstudio und das alle zwei Jahre stattfindende jungspund-Festival für ein junges Publikum möchte ich weiterführen.»

Der Verwaltungsrat der Genossenschaft Konzert und Theater St.Gallen gratuliert Barbara-David Brüesch und freut sich auf eine anregende Zusammenarbeit. Dem scheidenden Schauspieldirektor Jonas Knecht spricht er bereits jetzt seinen grossen Dank aus für die geleistete Arbeit.