Stephan Koncz

Ein ganzes Streichensemble mit Stradivari-Instrumenten ist ein Musikereignis von herausragender Bedeutung. Das Philharmonische Stradivari Sextett Berlin macht das fast Unmögliche möglich und lässt mit der grosszügigen Unterstützung der Schweizer Stradivari-Stiftung Habisreutinger sechs der berühmtesten Meisterinstrumente erklingen. Die Idee dahinter ist, den einzigartigen Klang der Streichinstrumente Stradivaris in einem Ensemble zu vereinen. Antonio Stradivari (1644–1737), der wohl berühmteste Instrumentenbauer aller Zeiten, schuf in Cremona Streichinstrumente, deren Qualität bis heute unübertroffen und deren Geschichte von zahlreichen Mythen umrankt ist. Er hat in seinem Leben weit über 1000 Instrumente gebaut, inklusive 60 Celli, Bratschen und sogar einige Gitarren. Ihre Form, ihr Holz und vor allem der geheimnisvolle Lack schufen wahre Klangwunder, und so wird ihr Klang als «sehr lebhaft» beschrieben. Besonders beeindruckend ist, dass selbst ganz leise gespielte Töne in einem grossen Konzertsaal weithin hörbar sind. Das Philharmonische Stradivari Sextett Berlin setzt sich aus sechs Berliner Philharmonikern zusammen und fand sich 1993 aufgrund einer Initiative aus Japan. Seitdem spielen sie dort alle zwei Jahre vor stets ausverkauften Häusern. Das ständig wachsende Repertoire des Ensembles speist sich aus der Literatur für Streichorchester, wobei die Strahlkraft der einzigartigen Instrumente möglichst gut zur Geltung gebracht werden soll. Seit 1999 werden die Philharmonischen Stradivari-Solisten von Matthew Hunter geleitet, der überglücklich ist, dass er von den acht erhaltenen Bratschen Stradivaris gleich zwei im Ensemble präsentieren kann. Noch eine Besonderheit ist, dass es sich dabei um die erste und die letzte Viola handelt, die Stradivari gefertigt hat.