Philip Bartels

Philip Bartels, geboren 1978 in Berlin (Ost) und aufgewachsen an der polnischen Grenze auf der Insel Usedom, lebt seit 2002 in der Schweiz, wo er an der Hochschule für Musik und Theater Zürich sein Regiestudium bei Stephan Müller abschloss. Daneben studierte er Komposition für Bühne und Film bei André Bellmont. Nach dem Ende seines Studiums arbeitete er als Theater- und Musiktheater-Regisseur an den Theatern Biel/Solothurn und St.Gallen, seine Inszenierungen als freier Regisseur waren in der Schweiz u.a. im Zürcher Theater Rigiblick, dem Basler Gare du Nord, der Lokremise St.Gallen und dem Südpol Luzern zu sehen. Viele seiner Arbeiten werden aber auch an ungewöhnlichen Orten gezeigt.
Einen Schwerpunkt bildet seit einigen Jahren die Zusammenarbeit mit zeitgenössischen Musikensembles wie dem "Ensemble für Neue Musik Zürich", mit dem er 2011 die Uraufführung von Daniel Fueters Oper Forelle Stanley inszenierte oder dem Ensemble „TaG“ für Neue Musik Winterthur, mit dem er im Theater am Gleis die experimentellen Musiktheaterproduktionen more or less normal und Elefanten im All realisierte. Neben seiner Tätigkeit als Regisseur komponiert und arrangiert Philip Bartels für verschiedenste Formationen und mit einer Vorliebe für aussergewöhnliche Besetzungen und Konstellationen. Beim Davos-Festival 2016 kam seine Bearbeitung der Weigl-Oper Die Schweizer Familie zur Uraufführung, bei der er die Orchestermusik der Wiener Klassik für ein zehnköpfiges Kammermusikensemble mit zwei Schlagzeugerinnen und präpariertem Klavier umgedeutet hat. Der Film Connie von Judith Kurmann mit Bartels' Filmmusik gewann auf dem Festival in Locarno 2009 den Prix Action Light, und das Statistische Bundesamt vergab zwei Kompositionsaufträge für Vertonungen von historischen Dokumentarfilmen an ihn.
2016 realisierte Philip Bartels als Regisseur und Arrangeur ein umfangreiches Musiktheater (Der schönste Tag) mit Chor, Solisten und Schauspielern zwischen allen Stilen und Sparten in Zusammenarbeit mit dem Theater HORA mit Menschen mit und ohne kognitive Beeinträchtigung, 2017 folgte die Zusammenarbeit Lonely Hearts Radio.
Daneben steht Philip Bartels selber auf der Bühne, zuletzt mit dem "Kukuruz Quartett" in einer Produktion von Ruedi Häusermann am Schauspielhaus Zürich (piano forte) und leitet zusammen mit der Pianistin Simone Keller das Künstler-Kollektiv „ox&öl“, das Projekte im experimentellen Musiktheaterbereich und partizipative Vermittlungsangebote für und mit Kindern mit Migrationshintergrund organisiert und durchführt. „ox&öl“ wurden 2017 mit dem Anerkennungspreis der Fachstelle für Kultur des Kantons Zürich im Bereich der kulturellen Teilhabe ausgezeichnet und – ebenfalls 2017 – aufgrund der „richtungsweisenden Vermittlungsarbeit“ für den „Junge Ohren Preis“ in Frankfurt am Main nominiert.
Philip Bartels lebt in Zürich. Er gibt Erfahrung und Handwerk weiter, u.a. als Gastdozent an der Hochschule für Musik Detmold und im Rahmen eines Lehrauftrags an der Musikhochschule Lübeck.