Sinfonieorchester St.Gallen
Rund siebzig Musikerinnen und Musiker aus über zwanzig Ländern der Welt bilden gemeinsam das Sinfonieorchester St. Gallen. Seinen Kulturauftrag als das professionelle Orchester der Ostschweiz erfüllt das Sinfonieorchester St. Gallen im Bewusstsein regionaler Verantwortung wie überregionaler Ausstrahlung. Mit seinem vielfältigen Konzertprogramm ist das Sinfonieorchester St. Gallen im schönsten Konzertsaal der Bodenseeregion beheimatet, der 1909 im Jugendstil errichteten Tonhalle St. Gallen. Für das benachbarte Theater gestaltet das Orchester die überwiegende Mehrzahl der Vorstellungen im Musiktheater und für die St. Galler Festspiele. Auch die Kammermusik ist ein selbstverständlicher und geschätzter Bestandteil der Aktivitäten des Orchesters, einmal im begeisterten Engagement der Musikerinnen und Musiker des Orchesters mit eigenen Konzertreihen, zum anderen im vom Orchester veranstalteten international besetzten Meisterzyklus. Als viertes und gleichberechtigt wichtiges Aufgabengebiet hat sich das Orchester, zusammengefasst unter dem Namen jugend@tonhalle, der Gesamtheit seiner Initiativen in der Jugendarbeit verschrieben, zur Förderung von Musikern und Publikum der Zukunft.
Gegründet wurde das Sinfonieorchester St. Gallen 1877, doch bereits in den 1850er Jahren hatte eine musikbegeisterte St. Galler Bürgerschaft eine Tradition von Abonnementkonzerten ins Leben gerufen, in deren Verlauf u.a. Franz Liszt und Richard Wagner ihr erstes gemeinsames Konzert als Dirigenten gaben. Anfang des 20. Jahrhunderts waren Geschichte und künstlerische Geschicke des Orchesters eng verbunden mit dem bedeutenden Schweizer Komponisten und Dirigenten Othmar Schoeck, der das Orchester von 1917 bis 1944 leitete und eine neue Klangkultur sowie innovative Programmgestaltung ins Leben rief. Nach ihm waren es so epochale Künstlerpersönlichkeiten wie Carl Schuricht, Paul Kletzky und André Cluytens, die dem Orchester entscheidende Impulse verliehen. Nach Dirigenten wie Kurt Brass, Samuel Friedman und John Neschling lag die künstlerische Leitung zwölf Jahre in Händen von Jiři Kout, der das Orchester 1996 übernahm und seinen Klang und sein Selbstverständnis massgeblich prägte. Seit Beginn der Saison 2008/2009 begleitet der amerikanische Dirigent David Stern als Chefdirigent das Orchester in die Zukunft.
In seinen Tonhallekonzerten widmet sich das Sinfonieorchester St. Gallen leidenschaftlich dem grossen Orchesterrepertoire zwischen spätem 18. und 20. Jahrhundert, Ausflüge in Barock, zeitgenössisches Repertoire und neue Konzertformen werden mit Lust und wachem Interesse unternommen. Über Jahre gross angelegte Zyklen stellen die traditionellen Sinfoniker von Haydn bis Schostakowitsch regelmässig neu zur Diskussion, daneben werden mit Überzeugung Bezüge zu Entdeckenswertem, Ungehörtem hergestellt, Grenzen verwischt, Fragen gestellt, Antworten gesucht. Mit einer Vielzahl von Aktivitäten und Engagement auf unterschiedlichsten Gebieten gestaltet das Sinfonieorchester St. Gallen aktiv seine Zukunft.



