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Un ballo in maschera (Ein Maskenball)

Oper von Giuseppe Verdi

  • Media: Un ballo in maschera
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«Dein harrt der Tod von Freundeshänden!»

In Verdis Drama über Leben und Tod des schwedischen Königs Gustav III. prallen tödliches Schicksal, fieberndes Liebesverlangen und Szenen voller dunkler Geheimnisse aufeinander. Überall lauern in dieser Oper Abgründe, am augenfälligsten in der Szene des Maskenballs, als der König von seinem ehemals besten Freund Renato ermordet wird. Die Handlung ist geprägt von der unmöglichen Liebe Gustavs zu Amelia, eine Liebe, die von entfesselter Leidenschaft und hymnischer Hingabe bestimmt ist. Un ballo in maschera  wartet in verschwenderischer Weise mit eindringlichen Melodien auf, womit es Verdi gelingt, eine Atmosphäre von Lebensgier und unterschwelliger Todeslust zu schaffen.

Wer singt wann?

 

Die Produktion wird in grosszügiger Weise unterstützt von der
Ostschweizer Stiftung für Musik und Theater

Ort | Grosses Haus Zeit | 2 Stunden, 45 Minuten [Tickets]

Im Drama über die Intrigenwelt um den schwedischen König Gustav III. lauern psychologische Abgründe, die Verdi zu einer seiner faszinierendsten Partituren inspiriert haben.

In ihrer Rätselhaftigkeit und Vieldeutigkeit kommt dieser einzigartigen Oper eine Sonderstellung in Verdis Schaffen zu. Dies hängt unter anderem damit zusammen, dass hier ein italienisches Melodram die Maske einer vor Frivolität glitzernden Opéra-comique vorgebunden wurde. Diese beiden Seiten sind durch die Musik und die rasch aufeinanderfolgenden Szenen derart zusammengewachsen, dass sich Maske und Gesicht nicht mehr trennen lassen. Es finden sich sowohl eine vor Lebenslust und Eleganz sprudelnde Welt des Rokoko-Königshof um Gustav III. als auch das Sittenstrenge einer von rigiden moralischen Verhaltensregeln bestimmten Gesellschaft.

Jim Lucassen, der mit dieser Produktion sein Regiedebüt am Theater St.Gallen gibt, stellt den historischen Gustav III. ins Zentrum seiner Konzeption. Ihn fasziniert der ambivalente und mehrdeutige Charakter dieses Herrschers aus dem 18. Jahrhundert. Dazu hat er einen Bühnenraum entworfen, der an ein anatomisches Theater erinnert, wo bis ins 19. Jahrhundert vor Studierenden und Interessierten öffentlich Leichen seziert und untersucht wurden. Ausgehend von diesem Schauplatz, erzählt der Regisseur die Geschichte eines Herrschers, der von seinem Volk so inbrünstig bewundert und geliebt wird, wie ihm seine Neider Hass entgegenbringen.

Am Dirigentenpult steht Henrik Nánási, der designierte Generalmusikdirektor der Komischen Oper Berlin. Er ist dem St.Galler Publikum bestens bekannt durch seine letzte Verdi-Produktion von Alzira, den mitreissenden Neujahrskonzerten und seinem von der Presse hochgelobten Brahms-Dirigat in der Tonhalle («Ein junger Dirigent, den das Publikum spürbar liebt. Nánási setzt auf vollen, virtuosen Sound und gibt mit stringenten Gesten der Musik intensive und virtuose Ausstrahlung» - Tagblatt vom 17. Februar 2011).

In der Neuinszenierung von Verdis Maskenball treten eine ganze Reihe von Sängerinnen und Sängern auf, die in St.Gallen bereits grosse Erfolge verbuchen konnten und im Maskenball alle Facetten ihres Könnens zeigen: Als König Gustav tritt der auch an den Bregenzer Festspielen singende Hector Sandoval alternierend mit Derek Taylor auf. Sein Freund Renato wird von den  stimmgewaltigen Baritonen Luca Grassi, Vittorio Vitelli und Paolo Gavanelli dargestellt. Der Star aus der Lombardi-Festspielproduktion, Katia Pellegrino debütiert als Amelia, wie auch Angela Fout, die sich damit in St.Gallen zum ersten Mal mit einer dramatischen Verdi-Partie vorstellt. Die Gegenwelt zum oberflächlichen Hofleben ist in der Figur der Wahrsagerin Ulrica verkörpert. Ihr verleihen Katja Starke und Liuba Sokolva stimmgewaltige Präsenz.

Die ineinander greifenden Licht- und Dunkelwelten werden in der Oper am theatralischsten in der Begegnung von Gustav und Amelia auf dem nächtlichen Galgenfeld zusammengeführt. Hier kommt es zu einem der leidenschaftlichsten Liebesduette, die sich in Verdis ganzen Schaffen finden lassen. Für diese erotisch-morbide Gefühlsaufwallung bezahlt König Gustav den Preis mit seinem Leben, als am Schluss der Oper die Masken fallen und die Gesichter zum Vorschein kommen.

oper-aktuell

«Denn diese bescherte dem Publikum einen Verdi-Genuss allererster Güte! Der zukünftige GMD der Komischen Oper Berlin, Henrik Nánási, und das Sinfonieorchester St.Gallen entlockten Verdis genialer Partitur alles an Farbe, Dramatik und Emotion, was man auf der Bühne so schmerzlich vermisste. Unaufgeregt, nie hastend und doch die aufrüttelnden Akkorde, Crescendi und bedrohlichen Begleitfiguren präzise setzend, erklang aus dem Graben eine packende musikalische Sprache.»
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St.Galler Tagblatt

«Verdis «Maskenball», die Oper der grossen Stimmen, ist hier auch eine Oper der kleinen Gesten. Das Kind ist eine solche Regie-Geste, die so einfach wie folgenreich zeigt: Hier geht es nicht um einen längst vergangenen Königsmord irgendwo im fernen Schweden, sondern um uns. Um das Kind in jedem, um eine Familie, um Mann und Mann und Frau, um das Unglück einer Liebe, die die Falschen trifft.»
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