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Samuel Beckett... Dramaticules

Kurzdramen von Samuel Beckett

  • Media: Samuel Beckett ... Dramaticules
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Samuel Becketts Kurzdramen – Dramaticules, wie er sie nannte – sind wahre Kleinode sprachlicher Verknappung, deren gemeinsame Thematik, wie häufig bei Beckett, das Spiel ist. Ein endlos sich wiederholendes Spiel, das sich nicht ausdeuten lässt – gibt es doch über das absolute Sein keine Gewissheit. An diesem sehr besonderen Theaterabend vertrauen sich sechs Schauspieler dem rätselhaften Zauber der Kurzdramen an, loten die Grenze zwischen theatralen und kontemplativen Momenten aus. Absurde kleine Bruchstücke voll knochentrockenem Humor wechseln sich mit nachdenklichen, fast endzeitlichen Texten ab. Da gibt es die für Beckett so typischen kauzigen Antihelden, Aussenseiter, Variationen des vereinzelnden Menschen, Selbstbetrüger, Bilder, die aus dem Dunkeln aufsteigen, das Undurchsichtige. Was auf den ersten Blick abstrakt daherkommt, schlägt einem im nächsten Moment in die Magengrube. Dann: Augenblicke der Gemeinsamkeit, Hoffnung weht vorbei, Stille. Und: Becketts unvergleichlich trockener, zuweilen bitterböser Humor. Samuel Beckett holt den Menschen dort ab, wo es weh tut und man nicht sagen kann warum. Tröstlich: er holt uns aber auch dort ab, wo es gut tut, das Herz öffnet.

An folgenden Tagen findet eine halbe Stunde vor Vorstellungsbeginn eine Einführung statt: Sonntag, 30. November sowie Sonntag, 7. Dezember 2014.

Bei dieser Produktion ist kein Nacheinlass möglich.
 

Ort | Lokremise | Grünbergstrasse 7, St.Gallen | www.lokremise.ch Zeit | 1 Stunde 50 Minuten (keine Pause) [Tickets]


Saiten

Regisseur Peter Ries inszeniert in der Lokremise sieben von Becketts wenig bekannten Kurzdramen. Ein Glücksfall, denn jede dieser kleinen Etüden lässt einen von einer anderen Seite in das unverwechselbare Beckett-Universum eintauchen: ein Universum, das von vereinsamten Aussenseitern bevölkert ist. Von Menschen, die in unauflösbaren Abhängigkeitsverhältnissen aneinander gebunden sind – und doch nie wirklich in Beziehung zueinander treten. [...] Sprachlich sind die Textwelten von Samuel Beckett auf ein Minimum reduziert. In einer lakonischen, knappen Präzision führt die Sprache die Verlorenheit ihrer Sprecherinnen und Sprecher vor. [...]

Es ist, als wären die einzelnen Elemente des Bühnenbildes aus Wartehallen von Flughäfen oder nächtlichen Strassenkreuzungen in die Lokremise verpflanzt worden. Von Orten, an denen man nicht verweilen möchte, sondern darauf wartet, dass es irgendwohin weitergeht. Dieses Gefühl von Beklommenheit ist auch in den einzelnen Stücken präsent. Es durchzieht «Ohio Impromptu», in dem von zwei identischen Gestalten die Geschichte eines Mannes erzählt wird, der dem Verlust eines geliebten Menschen zu entfliehen versucht. Man spürt es in «Damals», in dem einer stummen Figur das eigene Leben von mehreren, fugenartig verschränkten Stimmen erzählt wird.
Aber am stärksten ist die Beklommenheit vielleicht in «Rockaby», in dem eine Frau apathisch in einem Schaukelstuhl sitzt und den immer gleichen Text sprechend, in einem rhythmischen Mantra ihr baldiges Ende heraufbeschwört.
Durch ihre bewusste Offenheit sind die Texte schwer zu fassen; vieles bleibt unerklärt. Sind die Figuren wirklich da oder sind es nur Erinnerungen? Einbildungen? Stimmen aus der Vergangenheit?
Die Texte sperren sich einem einfachen Verstehen. Das ist anstrengend. Aber in dieser flimmernden Ungewissheit liegt auch die grosse Qualität der Dramaticules.
Das Schauspielensemble findet einen präzisen Umgang mit der Vorlage. Wendy Michelle Güntensperger, Danielle Green, Silvia Rhode, Marcus Schäfer, Christian Hettkamp und Anselm Lipgens loten die ganze Bandbreite der Texte aus – und diese reicht von totaler Apathie bis zu spielerischer Komik.

St. Galler Tagblatt

Überraschend abwechslungsreich variieren die Dramaticules typische Beckett-Motive wie das Spiel mit der MAcht, dem Erheben oder Erniedrigen - in «Katastrophe» steht das Elend auf dem Sockel, in «Bruchstücke I» nutzt der Rollstuhlfahrer seine Beweglichkeit, um den Blinden zu erniedrigen. In einem schwer durchschaubaren Abhängigkeitsverhältnis lebt auch in «Tritte» die kranke Mutter mit ihrer Tochter, die nach neun Schritten schon ihren Freiraum ausgemessen hat. Und in «Rockaby» reicht der Befreiungsschlag der Tochter nur dazu, sich wie die Mutter in den Schaukelstuhl zu setzen - und wie sie darin zu sterben. Fein austarierte Werke hat Beckett geschrieben, die vom Zuschauer äusserste Konzentratrion erfordern - und nicht mit einer fest umrissenen Lösung belohnen. Schwebendes, Spielerisches, Geheimnisvolles, Komisches und Todtrauriges spielen die Schauspieler Danielle Green, Wendy Michelle Güntensperger, CHristian Hettkamp, Anselm Lipgens, Silvia Rhode und Marcus Schäfer.

Südkurier

Leise und behutsam, doch tief sich einprägend beschliesst "Rockaby" einen Abend, in dessen Verlauf die sieben Kurzdramen zu einem in sich stimmigen Ganzen zusammenwachsen, ohne dass darob die besondere Ausprägung der einzelnen Stücke verloren ginge. Fast schon absurd die "Katastrophe" mit einem herrlich blasierten Christian Hettkamp als Bildhauer, der vom Sessel aus Änderungen diktiert an einer von Anselm Lipgens unterwürfig leidend dargestellten Männerfigur und dafür die quirlige Wendy Michelle Güntensperger bald hierhin, bald dorthin jagt. [...]