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Orfeo ed Euridice

Azione teatrale per musica in drei Akten von Christoph Willibald Gluck

  • Media: Orfeo ed Euridice
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Es klingt wie Musik in seinen Ohren, als Amor Orfeo die Möglichkeit bietet, seine gerade verstorbene Euridice wieder zum Leben zu erwecken. Dass er dafür in die Unterwelt steigen, die Furien besänftigen und die Götter im Elysium überzeugen muss, scheint für den Helden keine Hürde. Einzig die Bedingung Amors, Euridice auf ihrem gemeinsam Weg ans Tageslicht nicht anzusehen, wird für Orfeo zur echten Prüfung.

Die Leiterin der Tanzkompanie Beate Vollack erzählt die Oper in ihrer Inszenierung mit Sängern und Tänzern als Versuchsanordnung, in der Orfeo und seine Liebe zu Euridice zum Forschungsgegenstand eines Experiments werden, dessen Regeln allein Amor bestimmt. Das geht solange gut, bis Orfeo beginnt, eigene Entscheidungen zu treffen…

Einführung jeweils eine halbe Stunde vor Vorstellungsbeginn.
 

Die Produktion wird in grosszügiger Weise unterstützt von

Opern-Partner

Ort | Grosses Haus Zeit | 1 Stunde 40 Minuten (inkl. Pause) [Tickets]

Schwäbische Zeitung

Die Partie des mythischen Musikers Orfeo, der die Furien der Unterwelt durch Gesang und Harfenspiel dazu bringen möchte, ihm seine am Hochzeitstag verstorbene Frau Euridice ins Leben zurückzugeben, übernimmt Xavier Sabata. Dass ihm die Besänftigung der Höllenwächter tatsächlich gelingt, verdankt der katalanische Countertenor nicht nur der betörenden Leuchtkraft seiner Stimme, sondern auch seiner Schauspielkunst und seinem beachtlichen Körpereinsatz im Rahmen von Vollacks Choreografie. Die beiden anderen Rollen des Drei-Personen-Stücks werden in doppelter Besetzung jeweils gesungen und getanzt. Cecilia Wretemark verleiht als stumme Euridice im weißen Hochzeitskleid der Ohnmacht einer Toten beredten physischen Ausdruck. Als schwarz gewandetes Pendant schenkt Tatjana Schneider der Figur erst im dritten Akt ihren silberglänzenden, weich geführten Sopran. Sheida Damghani macht Orfeo als Amor mit blauweißem Faltenröckchen, blauen Stiefelchen und silbernen Pfeilen im Köcher mit keckem Mezzosopran Hoffnung. [...] Dem Chor (perfekt einstudiert von Michael Vogel) fällt die Rolle von Wächtern zu, die mit schwarzen Roben und weiß geschminkten Gesichtern von einer hohen Empore im Hintergrund die Szene kontrollieren und kommentieren.
[...] George Petrou lässt schwungvoll und transparent musizieren. Er rückt die Partitur stilistisch nicht in die Nähe eines klassizistisch erstarrten Ideals von „edler Einfalt und stiller Größe“, sondern reklamiert Gluck als Zeitgenossen von Jommelli und C.P.E. Bach. Das schlanke, delikate Klangbild tut dem Stück gut und gibt ihm im Verlauf einer langen Rezeptionsgeschichte abgeschliffene Facetten zurück.

St. Galler Tagblatt

Weil Tanz und Gesang in dieser Inszenierung gleichberechtigt auf der Bühne zusammenwirken, tritt der Liebesgott in zwei Gestalten auf: als Tänzer und als Sängerin. Da wäre zum einen David Schwindling, ohnedies ein Mann für zwielichtige Charaktere, als Verkörperung der dunklen, destruktiven Seiten der Liebe. Wie ein Todesengel geistert er durch das erste Bild, sitzt Orfeo im Nacken, packt dessen geliebte Euridice. In Glucks Oper wäre sie erst viel später zu sehen, im Elysium; von dort will Orfeo sie zurück ins Leben holen. In der Choreographie der St. Galler Tanzchefin aber bleibt Euridice sichtbar; in schattenhafter Leichtigkeit und Anmut bewegt sich Tänzerin Cecilia Wretemark: Orfeos Herz kann sie nicht loslassen. Auf seiner Seite steht Amors bessere Hälfte, Sängerin Sheida Damghani, in himmelblauem Wolkenkostüm und mit bezaubernd süsser, aufmunternder Klangrede, um Schadensbegrenzung bemüht. Das wirkt so drollig, dass es die Oper und ihre Inszenierung auf wohltuende Weise erdet. Ausgerechnet ein Gott! Es ist also nicht weiter schlimm, dass an diesen Stellen die innige Verbindung von Tanz und Gesang ein wenig gelockert wird. Insgeheim fragt man sich von Beginn an: Was wäre diese Oper ohne Tanz? Was hätten die drei Sänger bloss zu tun, gäbe es nicht die überaus vielsagende Interaktion mit der Tanzkompanie? Ob sie Orfeos Trauer und Schmerz zu Beginn paarweise spiegeln und ausdeuten, ob sie als Furien wie Höllenflammen auflodern und Orfeo den Weg versperren oder schwerelos durch Elysium schweben: Sie bringen die schlichte, ergreifende Schönheit, die «edle Einfalt» der Musik erst richtig zum Blühen.
Grosses leistet der Chor (einstudiert von Michael Vogel), für den Kinsun Chan eine Zuschauertribüne über der spiegelglatten, gewölbten Rückwand gebaut hat. Das ist schon alles an Bühnenausstattung, lediglich die Farben und Stimmungen wechseln - Rot in der Unterwelt, Weiss im Elysium. Die Halfpipe lässt sich tänzerisch reizvoll nutzen, der Chor zeigt sich expressiv wandlungsfähig. Als Orfeo feiert Countertenor Xavier Sabata sein Rollendebut: Er singt den Sänger aller Sänger nicht nur berückend schön und technisch makellos, mit Sinn für die Empfindungsstürme des Orfeo. Nein, er verkörpert ihn mit starker physischer Präsenz. [...]  Dass er keine Harfe aus der Requisite braucht, um die Furien zu besänftigen, ist folgerichtig: Er bewegt nur den entblössten Oberkörper, darauf eine tätowierte Harfe. Beate Vollack kann sich solches Augenzwinkern leisten: Ihr Regiekonzept trägt und ist ernsthaft genug. Ein göttliches Experiment mit der Liebe führt sie vor, zugleich ein künstlerisches: Gesang und Tanz zu verschmelzen. Experiment geglückt! Gott Amor dürfte da anderer Meinung sein.