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Manon

Oper von Jules Massenet

  • Media: Manon
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«Nützt die Zeit der Jugend, liebt, singt, lacht ohne Reue, wir sind nicht immer zwanzig…»

Jules Massenet findet in seiner Oper eine ungemein suggestive musikalische Sprache für die aufgewühlten Gefühlswelten seiner Protagonisten. Der preisgekrönte Filmregisseur Jan Schmidt-Garre gibt mit dieser Produktion seinen Einstand als Opernregisseur. Die Titelpartie wird von Evelyn Pollock alternierend mit der kanadischen Sängerin Siphiwe McKenzie Edelmann gesungen.

Manon sehnt sich nach Liebe und einem abenteuerlichen Leben, in dem sie sich frei von bürgerlichen Zwängen bewegen kann. Praktisch aus dem Nichts heraus begegnet ihr De Grieux, mit dem sie eine Reise unternimmt, welche die beiden nach Paris bringt. Dort lebt das Paar eine Amour fou mit all ihren bitteren und süssen Ingredienzen. Glühende Leidenschaften, gesellschaftliche Verachtung, Todessehnsucht sowie die Lust am Spiel, am Theater und an der Verwandlung kennzeichnen die Stationen, die Manon in der Oper durchläuft.

Wer singt wann?

Ort | Grosses Haus Zeit | 3 Std (2 Pausen) [Tickets]

Die Protagonistin der Oper, Manon Lescaut, stand zur Zeit der Uraufführung für Amoralität und ausschweifende Lebensführung. Kritiker befürchteten, dass Manon die jungen «demoiselles» zum Träumen verleiten könnte. Diese Einwände konnten jedoch den Siegeszug der Oper nicht verhindern. Die verschiedenen Gesichter Manons zeigt die Inszenierung in einer raffinierten Bühnenlösung, die den wandelbaren Charakter von Manon zur Geltung bringt.

Jan Schmidt-Garre stellt sich mit Manon zum ersten Mal als Opernregisseur vor, nachdem er internationales Renommee mit zahlreichen Filmen zu Themen der Musik und Kunst gewonnen hat. Er studierte Regie und Philosophie in München und arbeitete als Regieassistent bei Rudolf Noelte, Jean-Pierre Ponnelle, David Esrig und Joachim Herz. 1988 gründete er seine eigene Produktionsfirma und realisierte Dokumentar- und Spielfilme wie Celibidache, Bruckners Entscheidung,Opera Fanatic, Belcanto, Der Gefesselteoder Furtwänglers Liebe, die auf den Filmfestivals von Berlin, Chicago, Paris, Monte Carlo, Ohio, München und Prag mit Preisen ausgezeichnet und in über dreissig Ländern ausgestrahlt wurden.

Das Faible von Jan Schmidt-Garre für feingliedrige Charakterstudien sowie seine Liebe zur Musik und der Oper prädestinieren ihn, Jules Massenets Charakter- und Milieustudie in der Oper Manon für die Bühne umzusetzen. In der sowohl das 17. als auch das 19. Jahrhundert zitierenden Ausstattung von Herbert Murauer, der u.a. am Royal Opera House Covent Garden, Théâtre de la Monnaie in Brüssel oder an der Bayerischen Staatsoper tätig ist, lässt der Regisseur die stimmungsvollen Szenen entfalten, die für das französische Musiktheater in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts so kennzeichnend sind. (sh)

Neue Zürcher Zeitung

«Evelyn Pollocks Sopran verfügt über eine fabelhafte Sicherheit und Grösse in den Höhen. Bruno Ribeiro fühlt sich wunderbar in die Rolle des Chevalier Des Grieux ein und setzt seinen voluminösen Tenor bedacht ein. Markus Beam gibt den Lescaut als abgefeimten Geschäftsmann, Wäde Kernot mit seinem warmen Bass einen einflussreichen Comte Des Grieux.»

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oper-aktuell

«Das herausragende Ensemble des Theaters St.Gallen und der zugezogene Gast begeisterten mit einer hinreissenden Wiedergabe dieser grandiosen Komposition.»

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St.Galler Tagblatt

«Eine Oper subtiler Brüche und Umschwünge auf engstem Raum, voll eingestreuter Zitate und Anspielungen. David Stern am Pult des Sinfonieorchesters St.Gallen setzt sie präzise und klar, ohne den sentimentalen Schmelz der Partitur anzutasten, mit dem die Übermacht der Gefühle jede soziale Strategie untergräbt.»

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Südkurier

«Ebenso eindringlich sind die andern Schauplätze: lastend das Kloster mit seinem düstern, sich in der Tiefe verlierenden Kreuzgang, von anrüchiger Arrnseligkeit der Spielsalon, in dem Des Grieux gegen Guillot, den alten Verehrer Manons, ein Spiel nach dem andern gewinnt und von diesem schließlich bis zu handgreiflicher Auseinandersetzung provoziert wird. In diesen stimmungsdichten Räumen gestaltet Schmidt-Garre ein Kammerspiel, in dem Gestik und Mimik ganz aus der Musik heraus entwickelt sind.»

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DRS 2

«Jan Schmidt-Garre erzeugt sozusagen Beitleinwandkino und arbeitet mit dem Zoomen zweier Räume. Er beziehungsweise sein Bühnenbildner lassen die Oper nämlich in zwei Jahrhunderten spielen. einmal in Räumen und Kostümen des 19. Jahrhunderts also der Belle Epoque, der Salongesellschaft. Diese Welt steht für die Flatterhaftgkeit und die Luxussucht der Manon und ein zweiter Raum im Gewand des 18. Jahrhunderts, des Feudalismus, des Barock. Und diese Welt steht für die wahren Werte, für die grosse Liebe im Leben der Manon für Chevalier Des Grieux.»