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Lohengrin

Romantische Oper von Richard Wagner

  • Media: Lohengrin
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Richard Wagners romantische Oper Lohengrin weckt Erwartungen: Der Schwan auf dem Wasser, das Frageverbot, nordisch anmutende deutsche Recken mit Hörnern an den Helmen und natürlich die Gralserzählung als tenoraler Höhepunkt. Aber könnte der Titel nicht auch Elsa von Brabant lauten? Was, wenn der Traum vom Ritter sich in einen realen Albtraum verwandelt? Der Schwan tot ist und die Recken verschwunden sind?
Regisseur Vincent Boussard erzählt die 1850 in Abwesenheit des Komponisten in Weimar uraufgeführte Oper in seiner St.Galler Inszenierung radikal aus der Perspektive Elsas und stellt Bezüge zur heutigen Gegenwart, zur Lebensgeschichte seines Schöpfers sowie zur Rezeptionsgeschichte des Werks her.

Einführung jeweils eine halbe Stunde vor Vorstellungsbeginn im Theaterfoyer.

wer singt wann?

Die Produktion wird in grosszügiger Weise unterstützt von

Opern-Partner

Hans-Joachim und
Edith Seifert

Ort | Grosses Haus Zeit | ca. 4 Stunden 15 Minuten, 2 Pausen [Tickets]

Opernwelt

Unter der Leitung seines Chefdirigenten Otto Tausk bringt sich das St.Galler Sinfonieorchester effektvoll ins Spiel; musiziert wird explizit, aber nicht zu laut, in schwungvoller Spontaneität, elbaoriert, mit höchster klanglicher Sorgfalt. [...] Großartig die junge Norwegerin Elisabeth Teige (Elsa); Zielstrebigkeit und Enthusiasmus kommen in ihrer Körpersprache gleichermaßen zur Geltung, und dabei bleibt ihre strahlkräftige Stimme in einem festen Kern verankert. Lohengrin wiederum – Martin Muehle versieht die Partie mit allem tenoralen Glanz

Neue Zürcher Zeitung

Mit mächtigen Stimmen sind die beiden Hauptfiguren ausgestattet. […] Die Elsa der Norwegerin Elisabeth Teige ist von robustem Charakter, und gleichwohl gelingen ihr auch die traumwandlerischen Partien ausgezeichnet. […] Vincent Boussard, der vor vier Jahren in St.Gallen eine bemerkenswerte Interpretation der «Salome» von Richard Strauss gezeigt hat, deutet nun auch den «Lohengrin» gewinnbringend aus der Perspektive der Frau. […] Der Bühnenbildner Vincent Lemaire arbeitet mit wenigen Dingsymbolen, was eine sehr sinnliche Wirkung erzeugt.
 

Landbote

«In fernen Landen, unnahbar euren Schritten . . .»: In der Schlussszene offenbart sich Lohengrin in der «Gralserzählung» – Höhepunkt einer äusserst herausfordernden Partie und ein hypnotischer Moment der St. Galler Inszenierung mit dem deutschbrasilianischen Tenor Martin Muehle. Dieser verleiht dem Helden allen stimmlichen Glanz, aber auch die weiche Phrasierung und die Verklärung im Mezzavoce eines sanften, um nicht zu sagen wehleidigen Ritters. Dessen Sendungsbewusstsein hat ja seine irritierende Seite, die Absolutheit, die dieser Traummann verkörpert, ist auch kalte Egozentrik. 

Als die Träumerin sieht die St. Galler Inszenierung Elsa, und so liegt sie fast Szene für Szene in ihrem Bett, schlafend, träumend, aufhorchend, zurücksinkend. Das Bett, Hauptrequisit selbstverständlich der Hochzeitsnacht, zeigt sich – ein toter Schwan liegt darin – schon zum Vorspiel auf der schrägen Rampe. Es dominiert dann über die drei Akte die ästhetisch effektvolle, blausilbern glitzernde Bühne (Vincent Lemaire) im Zusammenspiel mit exquisit materialisierten Vorhängen, apartem Licht (Guido Levi) und den im Kontrast dazu betont banal wirkenden Kostümen (Christian Lacroix): mit Gehrock und Zylinder 19. Jahrhundert für die Männer, mit Trenchcoat 20. Jahrhundert für die Frauen. Ihnen scheint hier die Zukunft zu gehören.

St.Galler Tagblatt

Vincent Boussardschafft es, am Theater St.Gallen Richard Wagners Frauenbild mit seiner geschickten "Lohengrin"-Regie zu konterkarieren. Das Publikum ist beeindruckt, ja begeistert. […]
Das Weibliche im Menschen: Es steht wie ein Leitmotiv über jenem "Lohengrin", den Vincent Boussard für das Theater St.Gallen inszeniert hat, und der die Wagner-Pflege in der Ostschweiz wieder so richtig in Gang bringt. Sehr zur Freude des Publikums, wie sich am heftigen Schlussapplaus an der Premiere vom Samstagabend ablesen lässt. Das von Otto Tausk dirigierte Orchester zeigt sich glänzend in Form. Es bringt alle Schattierungen der Partitur zum Strahlen, das Zarte, das Poetische ebenso wie das schmetternd Beeindruckende. Dieser Wagner-Sog, der süchtig machen kann: Hier stellt er sich ein. Wozu die drei von Michael Vogel einstudierten, stimmkräftigen Chöre - der Chor des Theaters und der Opernchor St.Gallen sowie der Theaterchor Winterthur - nicht unwesentlich beitragen. […]

Die schwierigste Aufgabe […] fällt Boussard und seinem Team zu - und natürlich den Sängerinnen und Sängnern der Hauptpartien, unter denen die zwei Frauen besonders herausstechen: Elisabeth Teige als träumerische, liebende, versunsicherte, zuletzt tief enttäuschte Elsa, die von zartester Zuneigung bis heller Empörung alles mit ihrer warmen Stimme auszudrücken vermag. Und Elena Pankratova als dunkel glitzernde Intrigantin, die Elsa, ihr Opfer, förmlich umkreist, sie einlullt mit süssen Tönen, mit ihr gemütlich Kaffee trinkt - und sie dann wieder scharf vor den Kopf stösst. […]

Boussard rückt sie (Elsa - Anm .d. Red.) ins Zentrum, Levi übergiesst sie mit hellem Licht, so geben sie dem vor allem im zweiten Akt ungemein packenden Drama Tiefe und Aktualität. Denn Obwohl Christian Lacroix sich in seinen Kostümen stark am 19. Jahrhundert orientiert, spielt sich ein Liebesdrama von heute ab.


Saiten

Die St.Galler Inszenierung schafft mit reduzierten Bildern einen grossen Sog. Das dauerpräsente Bett in Schieflage ist einmal Ruhestatt, dann Liebesbett, Spinnennetz, Krippe und Sarg. Elena Pankratova als Ortrud ist ab dem zweiten Akt die treibende Kraft in Gesang und Darstellung. Ihre flexible, ausdrucksvolle Stimmführung steckt an. Elisabeth Teige singt Elsa mit schönem, in der Höhe fokussiertem Timbre. […] Steven Humes als Heinrich der Vogler bewältigt die Dauerspannung seines Parts bravourös.

Das gut aufeinander abgestimmte Ensemble der Soli wird getragen vom hervorragend spielenden St.Galler Sinfonieorchester (Leitung Otto Tausk) und dem extrem dynamischen Chor des Theaters St.Gallen, verstärkt durch den Opernchor St.Gallen und den Theaterchor Winterthur.

Es ist ein Genuss, Wagner so zu hören. Tausks Klang ist voll und zugleich differenziert, die Dynamik fein abgestuft. Die Soli treten deutlich hervor, die Stimmen mischen sich mit den Instrumenten. […]

Durch die klar markierten Kontraste der Akte vergehen die viereinhalb Stunden schnell. Während im ersten Akt quasi alles in der Schwebe erzittert, überzeugt der düstere zweite durch die leitmotivische Logik, klare Periodik, aber auch durch Transparenz der Register. Tausks Orchester wirkt hier fast kammermusikalisch, die Soli im Holz und exaltierten Stösse im Blech bestechen. Das Fest im dritten Akt berauscht mit zündenden punktierten Rhythmen, deren Echos Räume öffnen.

Eine St.Galler Aufführung, die lange haften bleibt.
 

Vorarlberger Nachrichten

Elisabeth Teige gelingt es mit ihrem Spiel und ihrem strömend klaren, warmen, aber nicht immer textdeutlichen Sopran von Anfang an, diese Figur glaubwürdig und fesselnd darzustellen. Ein Höhepunkt der Regie ist die Inszenierung des Zweikampfs Telramund – Lohengrin: Die beiden gehen nicht mit Schwertern aufeinander los, sondern müssen ein Schwert aus dem Bett Elsas ziehen. Während Telramund sich vergeblich abmüht, windet Elsa sich in Krämpfen – nicht nur Psychoanalytiker werden hier zu Deutungen angeregt. Humoristisch gelingt die Szene Ortrud-Elsa als Kaffeeklatsch unter Frauen. Optisch großartig der Schluss, als Elsa als Trauerfigur erscheint, den Schleier über den Kopf geworfen, das Schwert wie einen Blindenstock führend. Mit Schwert und verbundenen Augen evoziert sie gleichzeitig die Figur der Justitia. Es ist eine große Leistung dieser Inszenierung, dass sie die Doppel- und Mehrdeutigkeit des Geschehens in ebensolche Bilder bannt. [...]
Sängerisch überzeugte das gesamte Ensemble, am meisten die Ortrud der Elena Pankratova mit ihrem ausdrucksstarken und sehr textdeutlichen Mezzo. [...]  Stimmkräftig die Männerchöre und wirklich in Hochform das Orchester, das unter der souveränen Leitung von Otto Tausk präzise und sinnlich klangschön musizierte, mit fabelhaftem Blech.

oper aktuell

Martin Muehle singt einen edlen Schwanenritter, einen lichten Helden, mit durchaus sensiblen Seiten, schwankend (nicht stimmlich!) zwischen Machismo-Ansprüchen an das männliche Geschlecht und einem Hauch von Selbstzweifeln, eine stimmlich und darstellerisch hervorragend gelungene Durchdringung des eben nicht nur edlen Charakters des Titelhelden. Seine Leistung kulminiert in einer fantastisch klar intonierten Gralserzählung gegen Ende des dritten Aktes. Muehles Stimme klingt überaus viril, ist kein anämischer, knabenhaft klingender Tenor, sondern kann durchaus autoritär das Frageverbot verkünden oder sich als Führer der Brabanter ausrufen – und doch ist immer auch eine leichte Zerbrechlichkeit des nach aussen strahlenden (Comic-)-Helden zu spüren.