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Le nozze di Figaro

Oper von Wolfgang Amadeus Mozart

  • Media: Le nozze di Figaro
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Die Buffooper bildet den Auftakt zur Zusammenarbeit zwischen Mozart und seinem Librettisten Lorenzo da Ponte, aus der im Anschluss Don Giovanni und Così fan tutte hervorgehen. Auf der Grundlage des Theaterstücks La folle journée ou Le mariage de Figaro von Pierre Augustin Caron de Beaumarchais aus dem Jahr 1778, das zu diesem Zeitpunkt noch einem Aufführungsverbot unterlag, schufen Mozart und da Ponte ein Stück um die Neuordnung von Machtstrukturen und Geschlechterrollen. Regisseurin Nicole Claudia Weber und ihr Team versetzen die Handlung in die Mitte des 19. Jahrhunderts und zeigen eine Gesellschaft, die zwar noch Korsett trägt, ihren Bewegungsspielraum aber zunehmend neu verhandelt. Die Erotik ist dabei Mittel zum Zweck, um die eigenen Interessen durchzusetzen und die Verhältnisse zu reformieren.

Einführung jeweils eine halbe Stunde vor Vorstellungsbeginn im Studio (am 16.11. im Foyer)

wer sing wann?

Die Produktion wird in grosszügiger Weise unterstützt von

Opern-Partner

und

Müller-Lehmann-Fonds

Ort | Grosses Haus Zeit | ca. 3 Stunden 15 Minuten, inklusive einer Pause nach dem 2. Akt [Tickets]

Ensemblemitglieder über ihre Rollen

Tatjana Schneider (Susanna)

Als ich das Engagement am Theater St.Gallen bekam und erfahren haben, dass meine erste Partie die Susanna sein würde, habe ich sehr gefreut - unter anderem, weil Mozart einer meiner Lieblingskomponisten ist. Die Rolle der Susanna eignet sich nicht nur gut für meine Stimme, sondern ähnelt tatsächlich meinem Charakter. Susanna ist eine kluge, junge, witzige und fröhliche Frau. Sie weiß genau, was sie will, und ist meistens zuversichtlich. Hinter ihrer attraktiven Erscheinung verbirgt sich ein starker Charakter. Wenn ich als Susanna auf der Bühne stehe, fühle ich mich wohl und bin ganz locker. Mit dem ersten Ton der Ouvertüre bin ich im Schloss des Grafen und ich weiß: Für die nächsten Stunden ist mein Name Susanna!

Theresa Holzhauser (Cherubino)

Als ich 16 Jahre alt und damit in etwa in Cherubinos Alter war, habe ich mein Zimmer rot gestrichen, als meine Eltern im Urlaub waren. Alle vier Wände. Nur die Decke nicht, die war aus Holz. Begeisterungsstürme hat das nicht ausgelöst. Ich würde also sagen, ich kann mich ganz gut mit Cherubinos Spontaneität identifizieren, auch heute noch.

Sheida Damghani (Barbarina)

Barbarina ist die kleine Freche in der Geschichte. Und damit kann ich mich sehr gut identifizieren! Ich mag, dass sie sich selbst treu bleibt und das Wort 'peinlich' ihr fremd ist, vor allem, wenn es darum geht, aus Liebe zu Cherubino zu handeln, obwohl Cherubino sie lediglich mag. Mehr nicht. Das kenne ich nur zu gut. Barbarina spielt mit dem Feuer, wenn sie den Grafen eigentlich fast schon zu nahe kommen lässt. Keine Ahnung, ob sowas wirklich immer gut ausgehen kann. Mit Männern Spielchen zu spielen, hab ich gar nicht drauf. Schade eigentlich :)

David Maze (Bartolo)

Er glaubt, er sei klug. Er ist arrogant, aber charmant. Er ist nie um eine Ausrede verlegen. Er ist ein Fähnchen im Wind. Er spricht deutliche Worte. Er legt Gegenargumente zu seinen Gunsten aus. Er ist „fantastisch“, alle anderen sind „korrupt.“  Nur Spanier sind Menschen, alle anderen müssen draussen bleiben. Wenn er könnte, würde er Immobilien nach seinem Namen benennen. In seinen Träumen wünscht er sich gelb-orange Haare. Ich bin nicht Bartolo. Wer bin ich?

Riccardo Botta (Don Basilio)

Basilio ist Südländer wie ich, das verbindet uns natürlich. Viel mehr allerdings nicht. Er ist ein Voyeur und glaubt, die Kontrolle zu haben, indem er andere belauscht und beobachtet. In meinem Beruf ist es zwar sehr wichtig, Menschen zu beobachten und Charaktere zu analysieren, allerdings tue ich das, um ihr Verhalten besser zu verstehen, nicht um gegen sie zu intrigieren. Basilio tut mir fast ein bisschen leid. Er scheint die Menschen zu hassen und er hat keine Freunde. Vielleicht glaubt er, die Kontrolle zu behalten, indem er ein Einzelgänger bleibt. Und vielleicht liegt darin auch der Grund für seine Obsession mit Cherubino. Denn in gewisser Weise, ist der Junge für ihn ein Phänomen, weil er sein komplettes Gegenteil ist: intuitiv, spontan, beliebt bei den Frauen. Basilio kann ihn zwar einerseits nicht leiden, bewundert ihn aber auch. Armer Kerl!

Der Landbote

Dass Mozarts Opern völlig unverbraucht wirken, auch wenn die Sicht auf sie die alte ist, zeigt das Theater St.Gallen sehr schön mit einem präzisen und animierten «Figaro». Es sind Momente des Mozart-Glücks. [...] Wie die Komödie musikalisch den Strudel der Intrigen steuert, wie er die tiefen Emotionen und die szenischen Pointen musikalisch registriert, wie er dem Fluss der Musik jede kleinste Regung seiner Figuren einschreibt, das ist immer wieder ein Wunder und eine Herausforderung für jede Realisierung des Werks. Letztverantwortlich in der Hand hat diese Wunder der Dirigent, und mit Karsten Januschke steht für diesen «Figaro» einer am Pult, der ein hervorragendes Gespür für Mozarts musikalische Regie hat, das heisst für Tempodramaturgie, sprechende Phrasierung und die subkutane Wirkung der Instrumentation, Rhythmik und Harmonie. Auch noch die kleine Cavatina di Barbarina war, so plastisch und sensibel ausformuliert, ein Ereignis. Januschke hat aber auch ein Orchester, das ihm so klangschön wie differenziert folgt, und er hat ein grossartiges, sängerisch wie schauspielerisch starkes Ensemble von den kleinsten zu den grössten Rollen, zum Beispiel eben mit Sheida Damghani als Barbarina. [...] Elf Protagonisten drehen sich im Gehäuse, das Judith Leikauf und Karl Fehringer gebaut haben, ein lockeres Gefüge, so praktikabel wie abstrakt, so konstruiert wie atmosphärisch und mit einem wohl nicht zufällig phallisch angehauchten Treppenpavillon in der Mitte. Als präzise Mechanikerin, die auch das innere Getriebe versteht, steuert die Regisseurin Nicole Claudia Weber, was da alles sich seelisch dreht und ineinandergreift, sie zeigt die tiefen Sehnsüchte und Verletzungen und sie breitet lustvoll und witzig das vordergründige Intrigengeflecht aus. [...] Die Kostüme (Alfred Mayerhofer) rücken die Szenerie in spätfeudale Zeiten. Die Hofschranzen und die aufgeplusterte Marcellina in ihrer Mitte (David Maze, Riccaro Botta, Nik Kevin Koch, Kismara Pessatti) sind bourgeoise Karikaturen, und auch der Kammerherr Figaro, schon mal im Frack, hat bürgerliche Statur. Herr gegen Herr und Herrenmoral für beide gilt es zwischen Figaro und dem Grafen, und es gilt mit Gianluca Margheris geschmeidigem Bassbariton und dem virilen Bariton von Nikolay Borchev auch hinsichtlich der blendenden sängerischen Potenz. Gemeinsam ist ihnen aber auch das defizitäre Verhältnis zum anderen Geschlecht: der Glaube an die eigene Überlegenheit, das Elend der Eifersucht und die ausufernde Begierde. Die Überlegenheit der Frauen ist dagegen Tatsache, zwiespältig zwar in ihren erotisch kalkulierten Manövern und den ironischlibidinösen Eskapaden, mit denen sie den von Liebesnöten geplagten Cherubino (berührend: Theresa Holzhauser) piesacken, dies aber zielführend. Susanna erreicht das Ziel sopranistisch leichtfüssig und anmutsvoll mit der glänzenden Christina Landshamer, die Gräfin Almaviva mit dem ausdrucksvollen Legato und dem stimmlichen Aplomb von Ilia Papandreou, und beide erreichen es über wundersame gemeinsame Etappen wie das Briefduett, einer der vielen Momente des Mozart-Glücks aus purer musikalischer Schönheit und szenischer Wahrheit.

Schwäbische Zeitung

Gut gelauntes Musiktheater mit teilweise deftigen Späßen bietet Nicole Claudia Webers Neuinszenierung von Wolfgang Amadeus Mozarts Oper „Le nozze di Figaro“ am Theater St.Gallen. Judith Leikauf und Karl Fehringer (Bühne) haben dem Stück ein Interieur verpasst, das an eine gründerzeitliche Villa mit Jugendstilmöbeln denken lässt. In diese Richtung weisen auch Alfred Mayrhofers Kostüme. [...] Weber hat in St.Gallen darauf verzichtet, gesellschaftskritische Aspekte zu überzeichnen. Ihre Inszenierung rückt hauptsächlich die menschlich allzumenschlichen Seiten des Stoffs in den Fokus. [...] Der Graf (souverän: Nikolay Borchev) ist hier ohnehin nicht mehr Vertreter absolutistischer Macht, sondern Angehöriger eines Geldadels, der sich Angestellte anstelle von Leibeigenen leisten kann. Unterstrichen wird diese Verlagerung durch Übertitel mit neudeutschsalopper Übersetzung der Dialoge. Figaro (Gianluca Margheri mit kernig- präzisem Bass) darf sich ziemlich gewagte Spitzen gegen seinen Chef herausnehmen. [...] Der Star der Aufführung ist die Münchnerin Christina Landshamer. Als quirlige Susanna ist sie der Sopranpartie dieser koketten Figur ideal gewachsen. Auch szenisch macht sie ihre Sache brillant. Kismara Pessatti gelingt ein entwaffnend komödiantisches Porträt der Schreckschraube Marcellina, die glaubhaft vom schrillen Image als ältliche Anwärterin auf Figaro zu dessen sympathischer Mama mutiert. Großartig bewähren sich David Maze (Bartolo), Riccardo Botta (Basilio), Nik Kevin Koch (Don Curzio), Sheida Damghani (Barbarina) und Paulo S. Medeiros als Gärtner Antonio.

St. Galler Tagblatt

Nicole Claudia Weber lässt zum Saisonauftakt Mozarts Oper «Le nozze di Figaro» in Reifrock und Schnürleibchen spielen, rund um einen Riesenphallus - und in famoser Sängerbesetzung. [...] Regisseurin Nicole Claudia Weber geht ihren St.Galler «Figaro» keineswegs mit Beil und Vorschlaghammer an - sie stichelt eher oder zupft mit der Pinzette. [...] Das Sinfonieorchester St.Gallen kann Farbakzente setzen und den Sängern auf der Bühne kostbare Momente des Durchatmens bereiten - selbst in Situationen allerhöchster Spannung wie Susannas Arie «Deh vieni, non tardar». Reine Wonne, wie Christina Landshamer sie mit jedem Ton in der Schwebe lässt. Wer Sinn für Untertöne und Nichtgesagtes hat, wird sich während der Rezitative an Roberto Fornos Cembalosuada aus dem Orchestergraben ergötzen. [...] In der Rolle der quirligen, zärtlich-selbstbewussten Zofe feiert Christina Landshamer ihr St.Galler Debut und hat einen grossen Abend, stimmlich in Hochform. Alles an ihr ist Liebreiz, bewegliche, ungekünstelte Schönheit. Sie singt leicht, aber mit Boden, mit Liebe zu jeder Phrase - und vergisst darüber das Spielen nicht. Ebenso Gianluca Margheri als Figaro; er wirbelt und setzt, nicht uneitel, seinen farbenreichen Bariton in Szene, verziert, wo immer er kann. Der Barbier in ihm platzt förmlich aus dem Dieneranzug. Theresa Holzhauser gibt einen Pagen von stattlicher Grösse, mit schönem Timbre und Spielwitz. Ihren kleinen Auftritt als Barbarina kostet Ensemble-Neuzugang Sheida Damghani liebevoll aus; Kismara Pessatti ist eine Marzellina mit geballter Energie. Auch die Männer in denkleinen Rollen machen eine gute Figur, fühlen sich wohl bei Mozart.