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Julius Cäsar

Tragödie in fünf Akten von William Shakespeare

  • Media: Julius Cäsar
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«Wie oft muss Cäsar noch im Schauspiel bluten, der jetzt da liegt, nicht mehr wert als der Staub!»

Rom, 44 v. Chr. Cäsar kehrt siegreich aus der Schlacht zurück. Vom Volk wird er dafür bejubelt. Cassius jedoch plant mit einigen Verschwörern die Ermordung des Tyrannen. Nach dem Attentat kommt es zusehends zu Konflikten - zu unterschiedlich sind die politischen Interessen der Täter. Mark Anton, ebenfalls vom Wille zur Macht getrieben, stachelt in seiner Leichenrede mit doppelzüngiger Leidenschaft den Volkszorn an: „Unheil, du bist im Zuge: Nimm, welchen Lauf du willst!“ und versichert im gleichen Atemzug, „Brutus ist ein ehrenwerter Mann!“

Im Zentrum der Tragödie „Julius Cäsar“ steht die Frage nach den Mitteln für politisches Handeln und deren Rechtfertigung. Mit diesem Drama setzen wir unsere intensive Beschäftigung mit dem Werk Shakespeare fort.

Ort | Grosses Haus Zeit | 2 Stunden 30 Minuten (inkl. 1 Pause) [Tickets]

Der Tathergang

Die Ermordung Caesars an den Iden des März

Die Quellen schmücken die Ereignisse des 15. März v. Chr. zum Teil legendenhaft aus. Ihre Auswertung lässt in etwa folgende Rekonstruktion des Ablaufes zu:

Die Verschwörer selbst hatten sich am Morgen des 15. März im Haus des Cassius versammeltund waren dann zur Senatssitzung aufgebrochen. Caesar verspätete sich an diesem Morgen, sodass Decimus Brutus ihn von zu Hause abholen musste. Angeblich hielten ihn die Sorgen seiner Frau Calpurnia, die schlecht geträumt hatte, auf. Schon fast geneigt, die Sitzung zu verschieben, machte er sich, massiv von Decimus bedrängt, schließlich doch gegen 11 Uhr auf den Weg zum Sitzungsort, der wie gewöhnlich gesäumt war von zahlreichen Bittstellern und Schaulustigen. Es wird berichtet, dass ihn einige Personen warnen wollten, doch gehört das wohl zum Repertoire spannungserzeugender Rhetorik.

Als Caesar endlich zum Marsfeld gelangt war und die curia des Pompeius betreten hattet, wurde er sogleich von den Verschwörern umringt, während Marcus Antonius von einem der Verschwörer, C. Trebonius, zur Ablenkung vor der Tür des Sitzungsraumes in ein Gespräch verwickelt wurde. Da man diesen als den amtierenden Konsul aus moralischen Gründen nicht aus dem Wege räumen wollte, musste man ihn zum mindesten beschäftigen. Auf ein verabredetes Zeichen hin stürzten sich die Verschwörer der Reihe nach, beginnend mit Casca, auf den Diktator. Dieser hatte kurz zuvor in blindem Vertrauen auf seine persönliche Sicherheit seine Leibwache entlassen.

Vor der Statue des Pompeius, die mit seinem Blut beschmiert war, brach Caesar - von 23 Messerstichen getroffen - zusammen. Cassius soll Caesar im Gesicht verwundet haben und auch Brutus hatte zugestochen; er schwang seinen blutigen Dolch triumphierend, rief den gar nicht eingeweihten Cicero beim Namen und beglückwünschte ihn wegen der wiedergewonnenen Freiheit. Im Senat brach Panik aus, die Verschwörer versuchten, eine Ansprache zu halten, doch sie wurden nicht gehört. Die versammelten Senatoren flohen aufgeschreckt in alle Himmelsrichtungen.

Auch die Verschwörer waren längst nicht mehr Herren ihrer Entscheidungen. So wurde Caesars Leichnam, der eine Zeit lang unbeachtet dagelegen hatte, schließlich von drei Sklaven auf einer Sänfte mit herabhängendem Arm nach Hause getragen. Die Verschwörer hatten es sich ganz anders ausgedacht: Sofort nach der Ermordung des Diktators sollte sein Leichnam in den Tiber geworfen werden, das Testament vernichtet, seine Güter konfisziert und seine Verfügungen widerrufen werden. Das entsprach dem traditionellen Umgang mit "echten" Tyrannen nach ihrer Beseitigung. All das unterblieb jedoch aus Furcht vor Antonius und Lepidus, dessen Soldaten ganz in der Nähe lagerten. So kam es, dass sich die Verschwörer im allgemeinen Chaos auf dem Kapitol verschanzen, als vielleicht noch Zeit gewesen wäre, vollendete Tatsachen in der Frage einer Republikerneuerung zu schaffen. Erst jetzt, auf dem Kapitol, wurden sie sich über die Täuschung, der sie sich in ihrer Konzentration auf die Person Caesars hingegeben hatten, bewusst: dass sie das Volk hinter sich hätten. Damit war die Sache der Republik schon an den Iden des März verloren.

Quelle: Ernst Baltrusch, Caesar und Pompeius

Nachtkritik

«Und dann beginnt die Sprache: Shakespeare, neu übersetzt von Frank Günther. St. Gallen bietet die Uraufführung der Günther'schen Fassung, die die Shakespeare'schen Bilder klar nachdichtet in stimmigen neuen Zeitmetaphern, was das Stück "alltäglicher" macht, schneller und im Sinn treffender (...) der erste Teil herausfordernd spartanisch angelegt – in diesem schönen Bühnenraum von Gernot Sommerfeld, in dem es vorgedacht ist, die Geschichte ohne großen technischen Aufwand zu erzählen, nur mit den Mitteln des Spiels.»
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Junge Kritik

«Bejubelt und gefeiert-, verhasst und beneidet. Cäsar, der Politiker, Freund, Volksheld und grössenwahnsinniger Tyrann zugleich war. Mit der Tragödie „Julius Cäsar“ von Shakespeare zeigt das Theater St.Gallen, dass dieses Stück mehr mit Heute und der Zukunft zu tun hat, als uns möglicherweise lieb ist.»
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Junge Kritik 2

«Ohne eine solch hervorragende schauspielerische Leistung wäre die Premiere niemals so gelungen.»
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