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Hamlet_Tonhalle | Theaterkonzert

Ein szenisches Konzert für Schauspielensemble und Orchester

  • Media: Hamlet Tonhalle

Im letzten Herbst startete am Theater St.Gallen die Schauspielsparte unter der Leitung von Jonas Knecht mit drei Hamlet-Inszenierungen unter dem Titel «HotSpotHamlet» neu. Mit «Hamlet_Tonhalle» findet dieser Neustart seinen musikalischen Abschluss: Sinfonieorchester und beinahe das gesamte Schauspiel- Ensemble arbeiten zum ersten Mal zusammen. Mit den beiden Musiken von Dimitri Schostakowitsch werden Texte aus Heiner Müllers «Hamletmaschine» zu einem spartenübergreifenden Klangerlebnis aus Musik, Text und Geräusch verbunden.

Freitag, 10. Februar 2017
19.30 Uhr | Tonhalle

Ein szenisches Konzert für Schauspielensemble und Orchester

Mit Auszügen aus:
Dmitri Schostakowitsch | Schauspielmusik zu Hamlet op. 32
Dmitri Schostakowitsch | Filmmusik zu Hamlet op. 116

Mit freundlicher Unterstützung von

Freundeskreis Sinfonieorchester St.Gallen

Ort | Tonhalle Zeit | 1 Stunde [Tickets]

Nahezu alle namhaften sowjetischen Komponisten schrieben im 20. Jahr- hundert regelmässig Schauspiel- und später auch Filmmusiken. Dies geschah einerseits aus wirtschaftlichen Gründen, andererseits genoss der Film als Kunstform zur massenhaften Verbreitung wie zur moralischen Erziehung hohes Ansehen beim kommunistischen Regime. Als erfolgreicher Filmkomponist blieb man so im Gespräch, hielt sich den Apparat gewogen und konnte sich eher weitaus weniger systemkonforme Extravaganzen wie Streichquartette oder Sinfonien leisten. Da Schostakowitsch in seiner Jugend sein Studium und teilweise auch den Lebensunterhalt von Mutter und Schwester durch aufreibende Arbeit als Stummfilmpianist finanziert hatte, war er früh mit dem Medium Film in Berührung gekommen und hatte dabei sein ausgeprägtes dramatisches Gespür geschärft und weiterentwickelt. So erstaunt es nicht, dass der junge Komponist seine ersten durchschlagenden Erfolge im Bereich der Oper verbuchen konnte. Der Hamlet-Stoff hat Schostakowitsch zeitlebens fasziniert. Dass nun aber gerade dieser Mythos über einen jungen Mann, der in jeder denkbaren Hinsicht das Menschenbild des Sozialismus ad absurdum führt, dem sowjetischen Regime nicht behagen konnte, liegt auf der Hand. Es war ein Verdikt von Stalin persönlich, das eine bereits in den Endproben befindliche Hamlet-Inszenierung, zu der Schostakowitsch die Schauspielmusik op. 32 geschrieben hatte, verhinderte. Nach dem Tod Stalins wandte sich Schostakowitsch 1964 erneut einer Hamlet-Musik zu, diesmal für den sehr erfolgreichen und vielfach preisgekrönten Film des befreundeten Regisseurs Grigori Kosinzew. Zwischen den beiden Hamlet-Musiken, die wir in unserem szenischen Konzert bewusst fragmentarisch vermischen, lassen sich unschwer stilistische Unterschiede erkennen, gemein ist beiden Partituren aber ihre hohe handwerkliche wie künstlerische Qualität. Plastisch, hintergründig, doppelbödig und effektvoll bebildert Schostakowitsch in beiden Partituren musikalisch das Drama, das ihm persönlich so viel bedeutete.