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Es ist was ...

Choreografien von Felix Landerer, Helge Letonja und Beate Vollack

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Was es ist lautet der Titel des bekanntesten Gedichts von Erich Fried. Der Lyriker plädiert darin für die Liebe, die sich gegen Vernunft, Berechnung, Angst, Einsicht, Stolz, Vorsicht und Erfahrung durchsetzen kann. Die Gegenargumente versuchen, der Liebe ihre Legitimität und Beständigkeit abzusprechen. ‹Es ist was es ist›, lautet das lakonische Fazit der Liebe, mit dem sie alle Einwände entkräftet.
Unter dem Titel Es ist was … hat die Leiterin der Tanzkompanie, Beate Vollack, ihre Kollegen Felix Landerer und Helge Letonja eingeladen, das Thema zusammen mit ihr in drei unterschiedlichen Choreografien mit Musik von Joseph Haydn, Christof Littmann und Florian Tippe neu zu interpretieren.

N-Gespräch | 5. Mai 2017 im Anschluss an die Vorstellung

Inhaber eines Tanzfestpasses erhalten für die Vorstellung vom 5. Mai ihr Ticket für CHF 14.-
 

Die Produktion wird in grosszügiger Weise unterstützt von

Hedy Kreier

Ort | Lokremise Zeit | 80 Minuten, keine Pause [Tickets]

Was ist es mit der Liebe?

Die Choreografen Felix Landerer, Helge Letonja und Beate Vollack zu ihrem neuen Tanzstück

Was es istlautet der Titel des bekanntesten Gedichtes von Erich Fried. Der Lyriker plädiert darin für die Liebe, die sich gegen alle rationalen Einwände mit dem lakonischen Fazit «Es ist was es ist» behauptet. Die Choreografin Beate Vollack, Leiterin der Tanzkompanie, hat ihre Kollegen Felix Landerer aus Hannover und Helge Letonja aus Bremen eingeladen, unter dem Titel Es ist was … das Thema mit ihr in drei unterschiedlichen Choreografien neu zu interpretieren. Wir haben die drei Choreografen gebeten, einen Fragebogen zum unbegreiflichen Wesen der Liebe und zum Verhältnis von Liebe und Kunst auszufüllen.

 

Felix Landerer

Im Gedicht sprechen Vernunft, Berechnung, Angst, Einsicht, Stolz, Vorsicht und Erfahrung gegen die Liebe. Was spricht noch gegen die Liebe?

Vielleicht die Vermarktung von Liebe und der Umfang, in dem wir glauben lieben zu müssen. Die Illusion davon, wie Liebe zu sein hat.

Und was spricht für die Liebe?

Die Energie, die sie in uns freisetzen kann. Selbst unerfüllte oder dramatische Liebe kann uns zu grossen Taten beflügeln. Ohne die Liebe gäbe es keine Kunst.

Es istmir egal sagt die Liebe.

Es istnicht unmöglich, weil die Liebe in so vielen Gesichtern daherkommen kann.

Es istnur unmöglich, wenn man der Liebe nicht erlaubt, all diese Formen anzunehmen, wenn man in Konventionen und traditionellen Denkmustern gefangen ist.

Liebe istunkonventionell.

Gibt es Liebe, bzw. was ist das eigentlich objektiv? Sex ist Trieb, Freundschaft ist Ideal, Ehe ist Konvention, Liebe istder Klebstoff, der alles zusammenhalten kann.

Mein liebstes Liebesgedicht:

Morgens und abends zu lesen(«Der, den ich liebe») von Bertolt Brecht

Mein liebstes Liebeslied/Liebes-Musikstück:

Woozy with Cidervon James Yorkston

Als Choreografen reizen mich folgende Aspekte der Liebe:

Liebe und all ihre Begleitumstände wie beispielsweise Eifersucht, Unsicherheit, die Suche nach Bestätigung, das Bedürfnis nach Kontrolle und Stabilität im Verhältnis zur Unberechenbarkeit und Unstetigkeit von Gefühlen bieten ein breites Spektrum an Dynamiken und Lebendigkeit.

Die Liebe als Inbegriff des Schönen, das meiner Meinung nach nur dann zur Geltung kommt, wenn man ihm seine Schattenseiten gegenüberstellt. In dieser Dynamik versuche ich die Choreografie zu entwickeln.

 

Helge Letonja

Im Gedicht sprechen Vernunft, Berechnung, Angst, Einsicht, Stolz, Vorsicht und Erfahrung gegen die Liebe. Was spricht noch gegen die Liebe?

Erich Frieds Gedicht erinnert mich an besorgte Eltern, die ihre Kinder vor negativen Erfahrungen in Bezug auf die Liebe schützen wollen. Die Angst der Eltern sagt: «Wenn du das tust, kann das geschehen.» Und das Kind antwortet wie die Liebe: «Ja, aber …»

Gegen die Liebe spricht die Unfähigkeit, sich selbst und anderen offen und mit Neugierde zu begegnen, und sich und seine Bedürfnisse nicht zu kennen. Projektion und Zuschreibungen machen Liebe unmöglich.

Und was spricht für die Liebe?

Alles, unser Leben wäre ohne die Liebe, die wir erfahren, farblos, trist und überhaupt nicht lebenswert. Wir brauchen Liebe und Zuneigung zum Überleben. (Ein Säugling, der genährt wird, aber keine Zuneigung und Liebe erhält, verstirbt, und dies trifft neben uns Menschen auch auf die Säugetiere zu.)

Es istnicht unmöglich, weil die Liebe in all ihren Facetten und existierenden Formen bedeutsam und einzigartig ist, wie jeder einzelne Mensch.

Es istnicht leichtsinnig, weil es nichts zu verlieren gibt, sondern zu teilen.

Liebe ist wie guter Espresso auf Sizilien, simpel schwarz, intensiv und bittersüss; trinkt man die erste Tasse, verspürt man das Verlangen nach mehr, und man fühlt sich wohl im Kreise derer, die Liebe leben und ihre Liebe zeigen.

Über Liebe kann man (nicht) sprechen, denn …

Die Weltliteratur ist gefüllt mit Liebesgeschichten und Liebesbriefen, und sie ist täglich wiederkehrendes unerschöpfliches Thema unzähliger Gespräche. Jedoch, wie kompliziert und komplex Worte zu finden, wenn man ihr begegnet und sie erlebt. Die sinnlichen Empfindungen sind so eindrücklich, dass sie den Körper oft sprach-, aber nicht ausdruckslos zurücklassen. Wer die Sprache des Körpers spricht, versteht, wie die Liebe kommuniziert.

Gibt es Liebe, bzw. was ist das eigentlich objektiv? Sex ist Trieb, Freundschaft ist Ideal, Ehe ist Konvention, Liebe istGradmesser unsere Existenz: Is it true, is it me, is it you, is it really us?

Mein liebstes Liebesgedicht:

Eines, das ich selbst geschrieben und im Garten vergraben habe.

Mein liebstes Liebeslied/Liebes-Musikstück:

Es gibt so viele … Goodbye My Lover von James Blunt, A Case of You von Joni Mitchell, das Terzett aus dem Rosenkavalier von Richard Strauss, Tears in Heaven von Eric Clapton. Und der entspannte Atem des Partners in der Nacht.

Liebe und Tanz gehören zusammen, dennfast immer beobachte ich bei Tänzerinnen und Tänzern eine von grosser Liebe durchdrungene Haltung zu ihrer Kunstform, die in vielerlei Hinsicht der «unconditional love», einer unbedingten Liebe, ähnelt. Emotionen, Liebe, Trieb, Schmerz, Enttäuschung, Eifersucht – alle Gefühle erleben Tänzerinnen und Tänzer mit den Sinnen ihres Körpers. Sinnlichkeit und eine tiefgründige Empfindsamkeit für vielschichtige und latente Emotionen sind Zeichen, die für mich den Tanz mit der Liebe verbinden.

Als Choreografen reizen mich folgende Aspekte der Liebe:

Künstlerisch ist die «unerfüllte» Liebe am reizvollsten. Vereinsamung, Liebe als Konsumgut und Pornografie sind Aspekte, denen Menschen auf der Suche nach Liebe und sexueller Zuneigung begegnen. Andere suchen den Weg zu sich selbst über spirituelle Formen der Liebe. Mich interessiert die Nuancierung der verschiedenen Positionen und Haltungen; ohne Wertung.

Über all dem steht die Frage: Welchen Platz räumen Menschen in ihrem immer schneller getakteten und von Reizen durchfluteten Leben der Liebe an sich ein.

 

Beate Vollack

Im Gedicht sprechen Vernunft, Berechnung, Angst, Einsicht, Stolz, Vorsicht und Erfahrung gegen die Liebe. Was spricht noch gegen die Liebe?

Nichts! Fehlende Liebe verändert die Menschen und die Welt zum Negativen. Ich bin für die Liebe!

Und was spricht für die Liebe?

Alles! Und das immer wieder aufs Neue!Liebe ist Lebensnahrung und Antrieb! Liebe macht uns erst zu Menschen.

Es istAlles! sagt die Liebe.

Es istnicht aussichtslos und unmöglich, weil man es sowieso nicht versteht, denn es ist die Liebe!

Liebe ist …

Lieben heisst Leben!

Über Liebe kann man (nicht) sprechen, dennsie ist nicht erklärbar. Plötzlich ist sie da oder auch weg.

Gibt es Liebe, bzw. was ist das eigentlich objektiv? Sex ist Trieb, Freundschaft ist Ideal, Ehe ist Konvention, Liebe ist …

Keine Ahnung. Ich hab’s immer und immer wieder probiert, aber noch keine objektive Antwort gefunden.

Mein liebstes Liebesgedicht und Liebeslied/Liebes-Musikstück:

Je nach Stimmung.

Liebe und Tanz gehören zusammen, dennman muss es lieben zu tanzen, sonst kann man es nicht tun.

Als Choreografen reizen mich folgende Aspekte der Liebe:

Da Liebe nicht zu erklären ist, gibt es die vielfältigsten, unglaublichsten Deutungen und Möglichkeiten der Darstellung und Interpretation.

SDA

Wie unterschiedlich die Choreografin und Choreografen das vorgegebene Thema auch interpretierten, die Leistungen der Tänzerinnen und Tänzer waren konstant und vor allem brillant. Während der 80-minütigen Show zogen sie die Zuschauer vom ersten bis zum letzten Schritt in ihren Bann. Das Publikum war hingerissen und spendeten tosenden Schlussapplaus.

St.Galler Tagblatt

Die Tanzenden wirken kraftvoll und stark und im nächsten Moment verletzt und schwach. Eindrücklich ist, wie die Tänzerinnen und Tänzer innert Sekunden zwischen diesen beiden Extremen wechseln. Eindrücklich ist auch, wie sich die Choreografie Stück entwickelt. Von den Formen der Liebe führt es durch die Phasen des Verliebtseins und durch Abgründe und Ausbrüche mit Kontrollverlust, für die man sich als Zuschauer beinahe fremdschämt. Und am Ende zeigt es auf, was Liebe immer mit einem macht: Sie beschützt und verletzt zugleich. Ein wunderschön zeitloser Tanzabend. Vollständiger Artikel