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Eröffnungskonzert «Neuer Klang!»

Mahler 23. / 24.09.2010 _

  • Media: Konzerte 11/12 (Interim)

Donnerstag, 23.09.2010, 19.30, Tonhalle
Freitag, 24.09.2010, 19.30, Tonhalle


Gustav Mahler | Sinfonie Nr. 3 d-Moll


David Stern Leitung
Liuba Sokolova Alt
Damen des Bach-Chors St.Gallen
Damen des Collegium Vocale der Kathedrale St.Gallen
Damen des Opernchores des Theaters St.Gallen
Singschulchor der Musikschule St.Gallen

Programmeinführung um 18.30 Uhr


Unterstützt durch den Freundeskreis Sinfonieorchester St. Gallen

Ort | Tonhalle [Tickets]
  • Leitung David Stern
  • Alt Liuba Sokolova
  • Damen des Bach-Chors St. Gallen Anna Jelmorini (Einstudierung)
  • Damen des Collegium Vocale der Kathedrale St. Gallen Hans Eberhard (Einstudierung)
  • Damen des Opernchores des Theaters St.Gallen Michael Vogel (Einstudierung)
  • Singschulchor der Musikschule St. Gallen Bernhard Bichler (Einstudierung)

Mahler zur Eröffnung


Das Eröffnungskonzert der Saison 2010/2011 ist gleichzeitig die feierliche Eröffnung der neuen Akustik in der Tonhalle nach dem Umbau in der Sommerpause. Das Sinfonieorchester St.Gallen feiert dies mit einem epochalen und epischen Werk, einem Werk für grosses Orchester, Altistin und Chöre, einem Werk von allumfassendem Anspruch und gewaltiger dynamischer wie inhaltlicher Bandbreite: Gustav Mahlers 3. Sinfonie.
«Ein Werk, das die ganze Welt spiegeln soll» sei im Entstehen, schrieb Mahler 1896 seiner damaligen Braut Anna von Mildenburg, und «man ist sozusagen nur das Instrument, auf dem das Universum spielen soll». Ein Wiener Kritiker sah die Sache anders: «Für so etwas verdient der Mann ein paar Jahre Gefängnis». Mehr noch als die – ebenfalls – monumentale 2. Sinfonie sprengt die 1895/1896 in Hamburg und im Komponierhäusl am österreichischen Attersee entstandene Dritte die Grenzen alles im Sinfonischen bisher Dagewesenen. Sechs Sätze, fast 90 Minuten Gesamtdauer, die Disproportionalität eines 1. Satzes von über 40 Minuten und eines 5. Satzes von 4 Minuten, formale Offenheit und die collagenartige Zusammensetzung von Musiken unterschiedlichster Provenienz, von irdischen Niederungen bis himmlischen Sphären, deuten an, worum es Mahler ging: Nicht eine Sinfonie, vielmehr einen sinfonischen Kosmos wollte er schreiben, der Welt mit all ihren realen wie transzendenten Erscheinungen musikalisch Herr werden. Naturlaut, Marsch, Liedhaftes, Tanz, Idyllen, Groteske, Sentimentalität und Himmlisches, all diese Mosaiksteine der Mahler’schen Orchesterkunst sind die Charaktere auf einer Bühne, deren «Bretter die Welt bedeuten». Mahlers eigene Satzüberschriften, die er später aus Abneigung gegen die Programmmusik wieder strich, geben interessante Einblicke in die Ideenwelt der Sinfonie, die den Übertitel «Ein Sommermittagstraum » trug: «Pan erwacht, der Sommer marschiert ein», «Was mir die Blumen auf der Wiese erzählen», «Was mir die Tiere im Wald erzählen», «Was mir der Mensch erzählt », «Was mir die Engel erzählen», «Was mir die Liebe erzählt». Die Uraufführung der
Sinfonie unter Mahlers Leitung wurde zu einem Triumph, auch innerhalb des gewaltigen sinfonischen Werkes Mahlers nimmt seine 3. Sinfonie eine Sonderstellung ein.