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Don Giovanni

Oper von Wolfgang Amadeus Mozart

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«Senz’alcun ordine»! Die Worte Don Giovannis stehen stellvertretend für die Schlagkraft der wohl bekanntesten von Mozarts drei Da-Ponte-Opern. In Unordnung gebracht werden die Gattungstraditionen von opera seria und opera buffa, aufgelöst werden Modelle der musikalischen Form, neu definiert werden die Charakteristika der Stimmtypen. Vor allem aber hinterlässt der von unbändigem Verlangen getriebene und seiner Wollust ausgelieferte Titelheld durcheinandergebrachte Gefühlswelten und zerrissene Seelen – und strebt dabei unaufhaltsam seinem selbst hervorgerufenen Niedergang entgegen. Am Ende ist nichts mehr wie bisher, ob das Gute obsiegt oder nicht.

Von den Zeitgenossen als unmoralisch kritisiert, ist die Figur des Don Giovanni heute so aktuell wie nie: Masslosigkeit, Egoismus und Rücksichtslosigkeit sind die Attribute des «bestraften Wüstlings», Leidenschaftlichkeit ist sein Prinzip. Nach der Inszenierung von La Wally wendet sich der flämische Regisseur Guy Joosten dem faszinierenden Charakter Don Giovannis zu und geht der Vielschichtigkeit von Mozarts Meisterwerk auf den Grund.

Wer singt wann?

Die Produktion wird in grosszügiger Weise unterstützt von

Ort | Grosses Haus Zeit | 3 Stunden 15 Minuten, eine Pause [Tickets]

Mozarts Don Giovanni -  ein Nachtstück par excellence

Wo Nacht ist, ist kein Licht, und wo kein Licht ist, dort ist das Geheimnisvolle und Unberechenbare. Das ist die Sphäre Don Giovannis, des von seinen Zeitgenossen als unmoralisch kritisierten Wüstlings, dieser Inkarnation der Verführung, dieses Exempels der Gesetzesüberschreitung, des Symbols für die Unmoral schlechthin. Dies sind zumindest gängige Interpretationen der Titelfigur der wohl bekanntesten von Mozarts drei da Ponte-Opern. Das Geheimnisvolle prägt aber nicht nur die Szenerie, sondern auch Don Giovanni selbst. Er, dessen Herkunft man nicht kennt, über dessen Motivation nur spekuliert werden kann und der auch im Angesicht des eigenen Todes nicht von seiner Lebenshaltung abweicht. Dem Charakter Don Giovannis hat deshalb schon immer etwas Rätselhaftes angehaftet, und so wird es auch bleiben.

Don Giovanni ist eine jahrhundertealte Theaterfigur. Ursprünglich aus der Tradition der Commedia dell’arte hervorgegangen, ist Don Giovanni in verschiedensten Ausprägungen immer wieder zum Leben erweckt worden – im Theater, in der Literatur und in der Oper. Diesen Aspekt nimmt Guy Joosten in die Regie auf, denn für den Regisseur ist klar: «Don Giovanni existiert nur im Theater.» Dadurch wird einerseits das Rätselhafte der Figur erhalten, da bekanntlich im Theater vieles möglich ist, von dem wir nur träumen können. Andererseits aber wird dieselbe Figur in der Umsetzung dieses Gedankens in die Realität, nämlich diejenige des Theaters, geholt. So wird eine einzigartige Spannung zwischen den Ebenen Wirklichkeit und Fantasie erzeugt, die der musikalischen Vielschichtigkeit der Mozartschen Oper in nichts nachsteht.

Die Handlung von Don Giovanni ist komprimiert auf die Sogkraft von Don Giovanni selbst. Nicht nur die Frauen, die bekanntlich allesamt von der erotischen Ausstrahlung des Charakters überwältigt werden, sondern auch die Männer werden von Don Giovanni in seinen Bann gezogen. Da wäre etwa Don Ottavio, der ewige Zauderer, der ständig Rache verspricht, aber doch nie zur Tat schreitet. Da wäre Leporello, der sich von Anfang an von seinem Herrn losmachen möchte, sich am Ende aber doch nur einen neuen Meister sucht. Und da wäre Masetto, der vor allem die körperliche Überlegenheit Don Giovannis beneidet. Doch woher rührt nur diese Faszination?

Die Antwort liegt auf der Hand: Weil Don Giovanni etwas hat, das alle anderen nicht haben, aber gerne hätten. Hier erst zeigt sich, dass Don Giovanni tatsächlich viel mehr ist als nur ein überzeitlicher Casanova. «Senz’ alcun ordine» – ohne jede Ordnung, es sei denn die eigene, das ist sein Leitmotiv: Don Giovanni definiert eigene Gesetze, er setzt sich über alle Schranken hinweg und missachtet Konventionen ebenso wie die fundamentalen Regeln der Menschlichkeit. Zugleich bleibt er aber in seiner ganzen Launenhaftigkeit sich selbst stets treu. Und weil er dies nicht nur ideell propagiert, sondern tatsächlich lebt, verkörpert er in vielerlei Hinsicht ein unerreichbares Ideal. So kommt es, dass der unbezähmbare Don Giovanni stets von neuem durcheinandergebrachte Gefühlswelten und zerrissene Seelen hinterlässt und dabei unaufhaltsam seinem selbst hervorgerufenen Niedergang entgegenstrebt. Und all dies geschieht, ohne dass dadurch die Faszination an der Titelfigur geschmälert würde.

Diese Eigenschaften geben Don Giovanni eine unübersehbare Aktualität: Masslosigkeit, Egoismus und Rücksichtslosigkeit sind seine Attribute, Genuss und Leidenschaftlichkeit sind sein Prinzip. Nach der Inszenierung vonLa Wally wendet sich Guy Joosten nun diesem komplexen und ergreifenden Charakter zu. Dabei ist nur Eines ganz sicher: Am Ende wird nichts mehr so sein, wie es einmal war. (aj)

Neue Vorarlberger Tageszeitung
«Eine sehr überzeugende Inszenierung dieser überaus schwierig zu realisierenden Oper ist gelungen und großen Anteil daran hat das Bühnenbild von Johannes Leiacker, dem Schöpfer des weltberühmten „Tosca“-Auges von der Bregenzer Seebühne, und die Kostüme von Eva Krämer. [...]  Das Paar aus dem Volk, Zerlina und Masetto, wirkt dank der Ausstrahlung ihrer Darsteller Simone Riksman und Jordan Shanahan höchst erfrischend, ebenso die sie begleitenden Damen und Herren des Chors. Elegant und emotional aufgeladen gibt Stephanie Houtzeel von der Wiener Staatsoper die Donna Elvira. [...] Die sehr erlebenswerte Produktion wird noch zwölfmal bis Ende Dezember gezeigt.»

Oper aktuell
«Joosten gelingt es durch eine lebendige Personenführung sehr gut aufzuzeigen, dass das restliche Personal der Oper eigentlich nur durch die Begegnung und die Anziehungskraft der mysteriösen Titelfigur ein wenig Licht in diesem Nachtstück erhält. [...] Chefdirigent Otto Tausk und sein wunderbar präzise aufspielendes Sinfonieorchester St.Gallen bieten einen herrlich entschlackten Mozartklang von ausserordentlicher Luzidität und Transparenz, unterstützt von forschen, akkuraten Tempi, ohne jeglichen romantisch verfremdenden Ballast.»

Ostschweiz am Sonntag
«Denn Don Giovanni ist für den flämischen Regisseur und seinen Bühnenbildner Johannes Leiacker in erster Linie eine Theaterfigur: ein lebensgieriges Stehaufmännchen [...]. Folgerichtig ist die Bühne ein Theater. [...] Otto Tausk am Pult des Sinfonieorchesters St.Gallen und das Regieteam um Guy Joosten jedenfalls setzen alles daran, Mozarts Oper einmal mehr schlüssig durchzuspielen. Was vor allem bedeutet: nicht alles Mögliche auszuprobieren, sondern klare Lösungen zu suchen. In diesem Fall wird die Theatermaschinerie in Gang gesetzt mit zupackenden Bühnenarbeitern, mit Rössern aus dem Schnürboden, immer weitläufigeren Kulissen und reichlich Nebel. So bleibt Don Giovanni bis zum Schluss geheimnisvoll; eine flüchtige Projektionsfigur. Der Däne Palle Knudsen in der Titelrolle hat die perfekte Statur dafür. Gross, schlank, beweglich und immer mit erotischem Unterton in den flinken Rezitativen kann er es einfach nicht erwarten, gleich schon wieder die nächste Schöne aufzureissen. Sein eleganter Bariton passt zum Outfit aus dem Fundus eines Mantel-und-Degen-Stücks (Kostüme: Eva Krämer) [...].»

Südkurier
«Präzis herausgearbeitete Kontraste und ein zupackendes, gleichwohl höchst differenziertes Musizieren ließen bereits in der Ouvertüre aufhorchen, sorgsam, in feiner Abstufung des Klanges und flüssigen, doch nie überhasteten Tempi wurden die Arien und Ensembles begleitet.»

Anzeiger
«Chefdirigent Otto Tausk betont die musikalischen Abgründe mit viel Fingerspitzengefühl. Die Opernsängerinnen und -sänger überzeugen auch schauspielerisch.»