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Ariadne auf Naxos

Oper von Richard Strauss

  • media: Ariadne auf Naxos 12-13
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«Dass ein Herz so gar sich selber nicht versteht!» 

Wenn es um Kunst geht, dann steht immer viel auf dem Spiel. Das bekommt auch der junge Komponist im Vorspiel von Ariadne auf Naxos zu spüren. Wohl möchte er nur seine soeben vollendete Oper vor der Vermischung mit heiteren Einsprengseln retten. Doch wenn der wohlhabendste Mäzen Wiens es so will, dann muss sich auch die hohe Kunst beugen. Schliesslich sollen seine Gäste mit der Komödie nicht nur bei Laune gehalten, sondern auch pünktlich mit einem Feuerwerk beglückt werden. Und das geht nun einmal nur, wenn tragische Oper und Tanzmaskerade gleichzeitig gespielt werden. Dass die Vermischung von Tragödie und Komödie nicht in einem Chaos enden muss, davon zeugt Ariadne von Richard Strauss und Hugo von Hofmannsthal gleich selbst. In der Inszenierung von Aron Stiehl ist der Auftraggeber ein reicher Mäzen, der in einem Kunstmuseum eine Ausstellung finanziert. Die einzigartige Vermischung von ernster und komischer Oper erhält ihr Pendant in Simon Holdsworths Gestaltung der Bühne als Ausstellungsraum, in dem sich die seriöse Kunst als Installation präsentiert und die Komödianten als Fremdkörper auftreten. So geben sämtliche Ebenen der Inszenierung zu verstehen, wie geistvoll die Mischung von Ernst und Humor sein kann!

Ort | Grosses Haus Zeit | 2 Stunden 30 Minuten, eine Pause [Tickets]

Gleichzeitigkeit des Ungleichen

«Ich durfte es nicht erlauben! Du durftest mir nicht erlauben, es zu erlauben!» (Komponist, Vorspiel)

So schnell ist es passiert. Jung, unerfahren und idealistisch wie er ist, bekommt der Komponist im Vorspiel von Ariadne auf Naxos schmerzlich zu spüren, dass immer viel auf dem Spiel steht, wenn es um grosse Kunst geht. Wohl möchte er doch nur seine soeben vollendete Oper vor der Vermischung mit komödienhaften Einsprengseln retten. Doch wenn der wohlhabendste Mäzen Wiens es so will, dann muss sich auch die hohe Kunst beugen. Denn nicht nur sollen die Gäste mit einer Komödie bei Laune gehalten werden, sondern sie sollen auch pünktlich mit einem Feuerwerk beglückt werden. Und dafür scheint es keine andere Lösung zu geben, als tragische Oper und Tanzmaskerade gleichzeitig spielen zu lassen. Dass aber die Mischung von Komödie und Tragödie nicht ganz so schlimm ausgehen muss, dafür ist Strauss‘ Ariadne selbst Beweis genug.

Die Idee zur Oper Ariadne auf Naxos hat Hugo von Hofmannsthal initiiert. Nach Elektra und Rosenkavalier sah der Dichter für das dritte Gemeinschaftswerk mit Richard Strauss eine einzigartige Vermischung von Elementen des Sprechtheaters, der ernsten und der komischen Oper vor. Wohlgemerkt ist Strauss seinem Vorschlag einer Vertonung des antiken Ariadne-Stoffes vorerst mit Skepsis begegnet. Er hegte just dieselbe Befürchtung wie der noble Auftraggeber im Stück, das Publikum könne sich langweilen – um nur ein mögliches autobiografisches Elementen in dieser Oper anzudeuten. Die Thematik um den Status und die Überzeugungskraft ernster Kunst bildet denn auch nur die Rahmenhandlung, das Vorspiel eben, für die eigentliche Ariadne-Oper.

In der Inszenierung von Aron Stiehl, der zum letzten Mal mit seiner lebhaften Inszenierung von Rossinis Il barbiere di Sevilla die Aufmerksamkeit auf sich gezogen hat, wird der Auftraggeber, der Herr des Haushofmeisters, als reicher Mäzen dargestellt. Dieser finanziert in einem luxuriösen Kunstmuseum eine Ausstellung hochstehender Kunst, befürchtet jedoch, damit die Besucher zu langweilen. Die Verstrickung der musikalischen Ebenen von ernster und komischer Oper findet ihre konzeptuelle Entsprechung in Simon Holdsworths Gestaltung der Bühne als ein einziger Ausstellungsraum, in dem die seriöse Kunst als Installation repräsentiert wird und in dem die Komödianten als Fremdkörper auftreten.

Ariadne auf Naxos birgt eine Fülle von Gegensatzpaaren. Es stehen sich nicht nur Tanzmaskerade und Trauerspiel, Realität des Theateralltags und kunstvolle Erfindung entgegen, sondern in den dominanten Frauenfiguren Ariadne und Zerbinetta spiegelt sich nicht zuletzt der Kontrast zweier Lebenshaltungen, die sich an Treue und Treulosigkeit orientieren. Dass in Ariadne zwei Frauengestalten im Zentrum stehen, erscheint nach Salome und Elektra nur konsequent. Auffällig ist vielmehr, dass auf den Selbstvernichtungstrieb der Titelheldinnen letzterer Werke in Ariadne die überraschende Verwandlung der lebensmüden Titelheldin zu einer Liebenden für ein glückliches Ende sorgt. Doch was für Ariadne, Tochter zweier Halbgötter, eigentlich ein Wunder bedeutet – namentlich der Wechsel von einem Geliebten zu einem anderen –, ist für Zerbinetta, diese kecke und zugleich weise Lebefrau, schlicht die Bestätigung ihrer Lebenspraxis. So wird man fast notwendig zur Einsicht geleitet, dass es im falschen, weil erfundenen Leben manchmal doch auch ein richtiges geben kann!

«Den Tod! Das sagt man so. Natürlich meint sie einen anderen Verehrer.» (Zerbinetta, Vorspiel)

NZZ
«Mit Ariadne auf Naxos von Richard Strauss und Hugo von Hofmannsthal hat sich das Theater St.Gallen eine mächtige Aufgabe vorgenommen. Der Abend gelingt auf beeindruckendem Niveau. [...] Am Pult des in kleiner Besetzung antretenden St.Galler Sinfonieorchesters sorgt nämlich der neue Chefdirigent Otto Tausk für ein sehr lichtes, von zahlreichen Farben belebtes und süffiges Klangbild. Ein Klangbild übrigens, das von manch reizvoller Spezialität geprägt wird – man kann es ausgezeichnet hören, was alles andere als selbstverständlich ist. [...] Jedenfalls ist an diesem Abend zu erleben, dass auch auf kleineren Bühnen grössere künstlerische Ergebnisse zu erzielen sind.»

St.Galler Tagblatt
«Am Theater St.Gallen zeigt sich, wie vital und unterhaltsam dieses Werk ist – und wie tiefsinnig dazu. [...] Das von Otto Tausk geleitete Sinfonieorchester St.Gallen meistert seine keineswegs leichte Aufgabe souverän. Einmal darf der Dirigent sogar aus dem Orchestergraben schimpfen – wenn ihm Katja Starke in ihrer Hosenrolle als Komponist noch rasch ein paar Änderungen hinabreicht. Es ist dies einer von vielen situationskomischen Einfällen, mit denen der Regisseur Aron Stiehl dem Stück auf raffiniert durchdachte Weise Leben einhaucht.»

Südkurier
«Unter der Leitung seines Chefdirigenten Otto Tausk lotete das Sinfonieorchester St.Gallen den ganzen Reichtum aus, den Richard Strauss in die Partitur von ‹Ariadne auf Naxos› gelegt hatte. […] Aus dem Orchestergraben sprühten Geist und Witz […] Und die großen Rollen waren […] stimmlich hervorragend besetzt […].»

Neue Vorarlberger Tageszeitung
«Die Arie der Zerbinetta geht mit ihren Koloraturen noch über die extreme Tonhöhe der Königin der Nacht in Mozarts ‹Zauberflöte› hinaus, und auch sonst ist sie in ihren Stimmungswechseln alles andere als einfach zu singen. Die Partie des Bacchus ist geradezu höllisch schwer, und auch die Partie der Ariadne erfordert eine Sängerin von höchster Qualität. Alle diese drei Partien sind bei der St.Galler Neuproduktion so gut besetzt, dass man es sich nicht besser vorstellen kann. [...] Das Opernglück dieses Abends wird perfekt durch die brillante Regie von Aron Stiehl.»

Oper aktuell
«[...] das Inszenierungsteam (Regie: Aron Stiehl, Bühne: Simon Holdsworth, Kostüme: Franziska Jacobsen) der Aufführung von Strauss' Oper in St.Gallen hat eine bestechende Umsetzung des Themas auf die Bühne gestellt [...] Dass dann während der Aufführung die blasierte Kultur-Schickimicki-Cüpli-Gesellschaft pikiert die Nase rümpft, ist nur einer von den vielen herrlich eingebauten sarkastischen Seitenhieben des Regisseurs. Er persifliert dabei das Kulturestablishment [...]. Fazit: Ein Abend, der gleich wieder von vorne hätte beginnen können, mit einem Werk, in welchem man immer mehr Suchtpotential entdeckt, je öfter man es hört und sieht.»

Die Südostschweiz
«[…] Die Personenführung von Stiehl liess keine Wünsche offen, der hektische Realismus einer kurz bevorstehenden Show in dieser Galerie animierte den deutschen Regisseur zu einem wahren Feuerwerk an kleinen Gags. Überfordertes Personal, überkandideltes Publikum oder die Starallüren der Opern-Protagonisten, die mit den Toiletten als Garderoben vorlieb nehmen müssen, zeigte Stiehl im Vorspiel mit ebenso leichter Hand, wie er in den Liebes- und Todes-Visionen von Ariadne und Bacchus der Musik den Vortrittlassen konnte.»

Schwäbische Zeitung
«Zerbinetta (Lenneke Ruiten meistert die Koloratur-Paraderolle brillant […]) wird umschwärmt von Verehrern. Selbstbewusst lässt sie ihr giftgrünes Monroe-Kleid über einem Luftschacht nach oben blasen – ein krasser Kontrast zum steifen Hochzeitskleid, das neben ihr bereitsteht für Ariadne (Katrin Adel mit dramatischer Stimmpräsenz und zu viel Vibrato). […] Köstlich wirbelt Stiehl diese beiden Shären durcheinender.»

Sarganserländer
«Ariadne [...] strahlte dank der deutschen Sopranistin Katrin Adel in allen Lagen [...] und einem wunderschön tragenden Piano. Nicht weniger souverän und mitreissend sang Lenneke Ruiten die Zerbinetta.»

Ostschweiz am Sonntag
«[...] Aron Stiehl bereitet [...] mit seiner Regie auch eine prachtvolle Bühne. Da stossen zur grazilen Musik von Richard Strauss (Dirigent: Otto Tausk) Ernst und Humor, Liebe und Leichtlebigkeit, Kunst und Kommerz effektvoll, ja manchmal turbulent aufeinander. Das Publikum lachte viel und applaudierte bei der gestrigen Premiere stark.»