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10. Tonhallekonzert

Dvořák, van Beethoven

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Otto Tausk wird ab der Saison 2012/2013 Chefdirigent in St. Gallen

Der Verwaltungsrat der Genossenschaft Konzert und Theater St. Gallen hat bei seiner Sitzung am 26. September 2011 einstimmig den niederländischen Dirigenten Otto Tausk zum neuen Chefdirigenten von Sinfonieorchester und Theater St. Gallen ab der Saison 2012/2013 gewählt.  Otto Tausk übernimmt die Aufgabe ab dem 1. August 2012 und hat einen Vertrag für drei Jahre unterzeichnet.

Eine vom Verwaltungsrat eingesetzte Findungskommission unter Leitung von Regierungsrätin Katrin Hilber hat Otto Tausk zur Wahl vorgeschlagen, Tausk löst als Chefdirigent David Stern ab, der nach vierjähriger Amtszeit das Sinfonieorchester St. Gallen zum Ende der laufenden Saison verlassen wird. Als Dirigent der jüngeren Generation mit bereits einschlägiger internationaler Erfahrung und Renommé in den Bereichen Sinfonik, Musiktheater und Neue Musik, als mehrjähriger Chefdirigent der Holland Symfonia mit Erfahrung in der Entwicklung und Profilierung eines sinfonischen Klangkörpers ausgestattet, konnte mit Otto Tausk eine Künstlerpersönlichkeit gewonnen werden, die in nahezu idealer Weise dem Anspruch und künstlerischen Wollen von Konzert und Theater St. Gallen entspricht. Mit seinen vielfältigen künstlerischen Qualifikationen, stilistischer Bandbreite sowie Engagement für innovative Programmgestaltung und die Kommunikation mit dem Publikum wird Otto Tausk das Sinfonieorchester und Theater St. Gallen auf einem vielversprechenden neuen künstlerischen Weg begleiten.

«Pastorale»

Donnerstag, 24. Mai 2012, 19.30 Uhr, Tonhalle
Freitag, 25. Mai 2012, 19.30 Uhr, Tonhalle

Antonín Dvořák | Konzert für Violoncello und Orchester h-Moll op. 104    
Ludwig van Beethoven | Sinfonie Nr. 6 F-Dur op. 68 „Pastorale“    

Otto Tausk, Leitung
Christian Poltéra, Violoncello

Ort | Tonhalle [Tickets]
  • Leitung Otto Tausk
  • Violoncello Christian Poltéra

Pastorale Impressionen unter Leitung des neuen Chefdirigenten Otto Tausk

Dass das Konzert für Violoncello und Orchester in h-Moll eines der meistgespielten Werke von Antonín Dvořák ist, mag überraschen. Denn Solokonzerte bilden in Dvořáks Oeuvre eine auffallende Minderheit, finden sich darin doch gerade einmal ein Violin- und Klavierkonzert und zwei Cellokonzerte. Dreissig Jahre und neun Sinfonien, sowie unzählige Chor-, Instrumental-, Kammermusik-, Klavier- und Vokalwerke nach einem frühen Versuch von 1865, machte sich Dvorak an ein neues Konzert für Cello und Orchester. Es ist damit nicht nur sein letztes Solokonzert, gleichzeitig ist es auch eines der herausragenden Werke seiner späten Schaffensphase. Entstanden zwischen November 1894 und Februar 1895, als letztes der «amerikanischen» Werke kurz vor Ende seines New York-Aufenthalts, fällt es in die Zeit der berühmten 9. Sinfonie «Aus der neuen Welt» mit ihren musikalischen Bezugnahmen auf  die temporäre Wahlheimat Amerika. Mit dem Cellokonzert in h-Moll op. 104 erreichte Dvořák im Gegensatz zu seinen vorherigen Solokonzerte eine völlig neue Qualität, es übertreffe diese, nach Beurteilung des Komponisten, «bei weitem». Ähnlich sah es auch Komponistenfreund Johannes Brahms. Die Durchsicht des fertigen Werkes veranlasste Brahms angeblich zum Ausruf: «Warum habe ich nicht gewusst, dass man ein Cellokonzert wie dieses schreiben kann? Hätte ich es gewusst, hätte ich schon vor langer Zeit eines geschrieben!» Den Solopart des grossangelegten, nahezu sinfonisch konzipierten Konzertes mit dem sehnsüchtigen und tief persönlichen Ton, für das Dvořák noch einmal sein geniales kompositorisches Handwerk mit dem Herzblut seines als zutiefst böhmisch empfundenen Musizierens verband, übernimmt der Cellist Christian Poltéra, der herausragende Schweizer Exponent der international gefeierten jungen Solistengeneration.

Zum wahren Inbegriff der musikalischen Naturschilderung avancierte seit ihrer Entstehung Ludwig van Beethovens berühmte 6. Sinfonie. Sie wurde im selben legendären und überlangen Konzert wie ihr Schwesterwerk, die parallel entstandene 5. Sinfonie und weitere Neukreationen Beethovens uraufgeführt – in der «Akademie» vom 22. Dezember 1808 im Theater an der Wien - das Konzert soll im unzureichend geheizten Saal angeblich von 18.30 Uhr bis um 22.30 Uhr gedauert haben!  Zunächst wollte der Komponist weder dem Gesamtwerk, noch den einzelnen Sätzen Untertitel beifügen und jegliche Parallelen dem Hörer überlassen. Beethoven schrieb in sein Skizzenbuch: «…wer auch nur je eine Idee vom Landleben erhalten, kann sich auch ohne viel Überschriften selbst denken, was der Autor will». Schliesslich aber entschloss er sich zum wohlüberlegten vollständigen Titel «Pastoral-Sinfonie oder Erinnerung an das Landleben, mehr Ausdruck der Empfindung als Malerei». Und auch hier liess er nicht aus zu betonen, dass es sich nicht um blosse plakative Naturabbildungen handele. Denn, wie in einem weiteren Skizzenbuch zu lesen ist: «Jede Mahlerei nachdem sie in der Instrumentalmusik zu weit getrieben, verliehrt». Was Beethoven vielmehr im Sinn hatte, war, den «Empfindungen» des Gemüts Ausdruck zu verleihen. Mit ihrer feinsinnigen Schilderung von emotionalen Zustände mittels in sich ruhender Bilder nimmt die 6. Sinfonie in F-Dur im Kanon der ohnehin – jede für sich betrachtet – herausragenden Sinfonien Beethovens nochmals eine Sonderstellung ein.