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Januar 2018
Zum letzten Mal
Donnerstag
20:00-21:30
Hungaricum
Groteske von den Brüdern Presnjakow

Zum Stück

An einer Grenze mitten in Europa. Kaum hält hier ein Auto mit ausländischem Kennzeichen, knöpft sich Júlia, eine Polizistin, den Fahrer vor, um Geld –  oder was auch immer ihr in die Hände fällt – abzupressen. Ihr ist ein österreichischer Student im Mozartkostüm ins Netz gegangen, bei dem sie  Kokain wittert. Ein Deutscher möchte als Zeichen des Zusammenhalts in der Globalisierung eine Weltsuppe über die Grenze bringen, bleibt aber auch schon an Júlia hängen. Eine junge Kellnerin wartet bereits zwei Wochen auf ihren Laptop, der zum Zweck einer Überprüfung – sie könnte ja immerhin mit Terroristen in Verbindung stehen! – beschlagnahmt wurde. Und ein Fernfahrer namens Mózes, halb Ungar, halb Rumäne, betreibt grenzüberschreitend seine Geschäfte.
Wie sich bald herausstellt, spielt Júlia die Polizistin nur, während sie ihrem Mann Adam zu Hause vorgaukelt, noch immer Autoverkäuferin bei Toyota zu sein. Ihr Mann hat mit dem Laptop des Mädchens endlich ein Fenster zur Welt aufgestossen; Sára jedoch, eine Freundin von Júlia und Adam, kann keiner aus ihrer Durchgeknalltheit retten...
Letztlich schlüpfen alle Figuren in dieser sich ins Groteske steigernden Komödie in verschiedene Rollen, um sich irgendwie durchzuschlagen und den Verhältnissen anzupassen – aber auch, um an die Möglichkeit eines anderen Lebens zu glauben. Umso witziger und zugleich absurder erscheint dieser von kleinen Gaunern, schrägen Typen und gescheiterten Existenzen bevölkerte Mikrokosmos, der viel über die Zustände und Befindlichkeiten im heutigen Europa erzählt. – Eine europäische Grenz-Groteske oder: Gulasch ist auch bloss eine Suppe!
 
 

«So wie man wirklich ist, braucht einen kein Mensch.»

Besetzung

Presse

Projekt Junge Kritik

Menschen, die ins Theater gehen, um sich zum Nachdenken anregen zu lassen und brisante Themen dargestellt zu bekommen, werden Gefallen finden an dieser Inszenierung. Es kann aber auch zu viel werden - Freunde des klassischen Theaters lassen vielleicht besser die Finger davon.

Saiten

Anhängern des gepflegten Geschichtenerzählens dürfte die Suppe nicht schmecken - Freunden des mitteleuropäischen Kulturraums dafür umso mehr. Wer sich einlässt, erfährt und erfühlt manches über die Verlorenheit und die chaotische Vitalität der Modernitätisverlierer an der europäischen Ostgrenze.

St.Galler Tagblatt

Eineinhalb Stunden hört man kaum einen Mucks aus den voll besetzten Reihen. Dafür umso schrillere Töne von den Schauspielern. Die geben alles, sind präsent, wendig, als Figuren umwerfend.

Termine & Tickets

Lokremise

Im November 2008 haben die St.Gallerinnen und St.Galler einem Kulturzentrum in der Lokremise am Hauptbahnhof zugestimmt. Eröffnet wurde die neue Spielstätte des Theaters St.Gallen Mitte September 2010

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