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Mai 2018
Donnerstag
19:30-22:05
Fidelio
Oper in zwei Akten von Ludwig van Beethoven
Einführung um 19 Uhr im Studio

Zum Stück

Der Titel Fidelio – aus dem Lateinischen ‹fidelis› – gibt den thematischen Überbau der Oper schon vor: die Treue. Eine Frau nimmt eine neue Identität an, um ihren Mann vor dem sicheren Tod zu retten und aus dem Gefängnis zu befreien, in dem er unrechtmässig festgehalten wird. Leonore rettet als Fidelio ihrem Gatten Florestan das Leben. Aber Fidelio ist nicht nur eine Hommage an die Treue, sondern auch an die Gerechtigkeit. Als Plädoyer für Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit war dieser Stoff gerade nach der Französischen Revolution am Beginn des 19. Jahrhunderts vor allem in Frankreich beliebt. Formal gesehen steht Ludwig van Beethovens einzige Oper als Nummernoper mit gesprochenen Dialogen genau zwischen Singspiel und Sinfonie.
Am Theater St.Gallen inszeniert sie zum 50. Jahrestag der Eröffnung des Grossen Hauses Regisseur Jan Schmidt-Garre, der hier zuletzt Die tote Stadt in Szene gesetzt hat.

Uraufführung: 20. November 1805, Theater an der Wien

Libretto von Joseph Sonnleithner nach Revisionen von Georg Friedrich Treitschke nach dem Libretto Léonore, ou L'Amour conjugal von Jean-Nicolas Bouilly

In deutscher Sprache mit deutschen Übertiteln
 

«Mich stärkt die Pflicht der treuen Gattenliebe.»

Besetzung

Presse

Oper aktuell

Otto Tausk und das Sinfonieorchester St.Gallen musizieren mit grösster Sorgfalt, stimmig gewählten, nicht überhasteten Tempi und subtil abgetimmter Dynamik.

Saiten

Jacquelyn Wagner hält mit bewundernswerter Präsenz und glasklarem, schwingendem Sopran die überlebensgrosse Stellung - und bewahrt sich trotzdem ihre etwas spröde Natürlichkeit, mit der sie die Fäden im Drama souverän zieht.

Peter Hagmann

Dem Heldischen, zumal dem Hohelied auf die Gattenliebe und auf den (angeblich seltenen) Mut einer Ehefrau, das bis heute gern beschworen wird und einem die Lust auf das Stück gründlich ausgetrieben hat, geht der deutsche Filmer und Regisseur Jan Schmidt-Garre in seiner klug angelegten und glänzend durchgeführten Inszenierung aus dem Weg.

Roccosound

Die doch ungewöhnliche Entscheidung des Regisseurs bestätigt den Eindruck, den seine Inszenierung insgesamt vermittelt: Noch selten hat man gerade den singspielartigen Anfang der Oper so oratorienhaft gesehen wie hier.

Neue Musikzeitung

Jan Schmidt-Garres Inszenierung versucht in keinem Moment, der Musik und dem Drama etwas aufzuoktroyieren, und niemals ergeht sie sich in Abschweifungen. Sie ist mit ritueller Strenge ausgearbeitet und zugleich von einer durchgehenden Dynamik, die derjenigen der Handlung verdeutlichend und feinzeichnend entspricht. Grösste Einfachheit entsteht aus unerschöpflicher Mannigfaltigkeit, und damit in maximalem Einklang mit Beethovens ureigener Qualität als Komponist. Schmidt-Garre beherrscht die Kunst der Modulation auf der Szene in einer Weise, die befruchtet ist von der Fähigkeit des Komponisten, das Bezugsnetz der Tonarten auszuwerfen und in einheitlicher Gestalt blühen zu lassen. Dabei kann sich der Regisseur auf ein in den Schlüsselpositionen grossartiges Ensemble stützen.

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Das Grosse Haus ist das Herzstück des Theaters St.Gallen. Über 400 Mal hebt sich jährlich der Vorhang in dem Bau von Claude Paillard im Museumsviertel, in dem 741 ZuschauerInnen Platz finden.

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