13
Dezember 2017
Mittwoch
19:30-22:30
Die Räuber
Schauspiel von Friedrich Schiller
Einführung um 19 Uhr im Studio

Zum Stück

Friedrich Schillers erstes veröffentlichtes Drama, das 1782 bei der Uraufführung in Mannheim für begeisterte Jubelstürme sorgte, machte Schiller schlagartig berühmt und zu einem der bedeutendsten Vertreter des Sturm und Drang. Es handelt von zwei Brüdern, wie sie ungleicher nicht sein könnten: Karl, bevorzugt vom Vater, ist wild und charmant. Er geniesst ungeniert sein zügelloses Studentenleben in Leipzig, säuft, lebt, liebt und verprasst hemmungslos Geld, bis die Vernunft ihn dazu treibt, sich in einem Brief aufrichtig beim Vater zu entschuldigen. Der Jüngere, Franz, fühlt sich vom Leben benachteiligt und ist von Neid zerfressen. Er unterschlägt Karls Brief, versorgt den Vater mit erlogenen Informationen und sorgt so dafür, dass der verhasste Bruder verstossen und enterbt wird. In seiner Verzweiflung lässt sich Karl von seinen zweifelhaften Gefährten dazu überreden, Anführer einer Räuberbande zu werden. Es beginnt eine nicht enden wollende Kette tragischer Ereignisse, aus denen es kein Entrinnen mehr gibt.
Bis heute hat Schillers Drama, das von Menschen erzählt, die mit der Welt nicht zurechtkommen und sich eine neue schaffen wollen, nicht an Kraft und Lebendigkeit verloren. Schauspieldirektor Jonas Knecht inszeniert Die Räuber und wendet sich, mit ganz eigenem Blick, einem der schönsten Stücke deutscher Literatur zu.
 

«Was soll der fürchten, der den Tod nicht fürchtet.»

Besetzung

Zugabe

Presse

Saiten

Wie die zwei Amalien leistet das ganze Räuber-Ensemble drei Stunden lang Theater mit ganzem Körpereinsatz. Allen voran Tobias Graupners Franz. Er presst sich vom ersten stockenden «Warum» an seinen Riesentext aus dem von Magenkrämpfen geplagten Leib heraus. Ein Nervenbündel, eine Zeitbombe. Dimitri Stapfers Karl ist weicher und anfechtbarer, sprunghaft, beleidigbar, kindlich.

Ostschweiz am Sonntag

Jonas Knecht bleibt seiner Handschrift treu: Bildstark, musikalisch, tänzerisch ist auch seine erste grosse Inszenierung diese Saison im Theater St.Gallen.

Junge Theaterkritiker

Kostümbildnerin Friederike Meisel hat die Farben der jeweiligen Personen wunderbar ausgesucht. Dass die Räuber nicht nur grau gekleidet sind, wie der stereotype Räuber, sondern auch farbenfroh wie freie Vögel, passt wunderbar zur zweiteiligen Rolle der Räuber.

St.Galler Tagblatt

Es gibt fabelhafte Szenen an diesem Abend: Wie Hans Jürg Müller als Diener minutenlang zitternd eingeschüchtert entkleidet wird; wie Amalia (im Duo: Anna Blumer und Diana Dengler) und Franz die sexuellen Übergriffe in einen subtilen Tanz transformieren.

Termine & Tickets

Grosses Haus

Das Grosse Haus ist das Herzstück des Theaters St.Gallen. Über 400 Mal hebt sich jährlich der Vorhang in dem Bau von Claude Paillard im Museumsviertel, in dem 741 ZuschauerInnen Platz finden.

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