Sergiu Matis

Choreografie

Sein Körper wurde schon früh von klassischer Balletttechnik im frisch gebackenen postkommunistischen Rumänien “verseucht”. Ohne zuviel darüber nachzudenken, verliebte sich Matis in die Art von Disziplin, Präzision und Virtuosität, die damals von russischen Ballettlehrern nach Rumänien gebracht wurde. Alles was mit Ballett zu tun hatte, bot genau die Angriffsfläche für spätere Ab- und Auflehnung dagegen.
Matis fragt sich oft, welche Art von Tanz er wohl ausüben würde, wäre er nicht mit 18 Jahren von Rumänien nach Deutschland gegangen. Vermutlich würde er nun
mit klassischen Ballettkompagnien arbeiten und versuchen, den klassischen Stil neu zu sortieren und seinen eigenen Stil zu entwickeln.
Jetzt sucht er nach einer neuen Virtuosität, lernt von Maschinen, vermengt Fragmente aus der Geschichte, springt und fegt durch die Archive – sowohl durch die persönlichen als auch die der westlichen Tanzgeschichte. Er liebt es mit der englischen Sprache als performativem Text, Bedeutung und Ideen zu choreografieren. Dabei flirtet er auch mit Poesie und Theorie, gemixt mit einer Prise intuitiver Schweinereien und groovender Klänge.
Sergiu Matis hat am Theater St.Gallen in der Spielzeit 2016/17 die Choreografie zu Hamlet_Lok erarbeitet und in der Spielzeit 2017/18 mit Tänzern und Schauspielern Lugano Paradiso.