Dramenprozessor

Der DRAMENPROZESSOR, eine Schweizer Werkstatt für TheaterautorInnen, wurde 2001 durch das Theater Winkelwiese Zürich ins Leben gerufen und hat sich mittlerweile zu einer der wichtigsten Plattformen des zeitgenössischen Autorentheaters entwickelt.

Während eines Jahres erarbeiten die ausgewählten AutorInnen in enger Zusammenarbeit mit erfahrenen Fachleuten aus den Bereichen Regie, Schreiben, Schauspiel und Dramaturgie ein aufführungsreifes Theaterstück.
 
In der Spielzeit 2016/17 haben Esther Becker, Katharina Cromme, Julia Haenni, Matthias Berger und Michel Kessler am DRAMENPROZESSOR teilgenommen. In enger Zusammenarbeit mit erfahrenen Fachleuten wie Mélanie Huber, Jonas Knecht, Sabine Harbeke, Niklaus und Brigitte Helbling, Martin Heckmanns, Wolfram Höll und Maxi Obexer, Patric Bachmann, Ann-Marie Arioli, Andreas Sauter und Manuel Bürgin sind fünf Theatertexte entstanden, die unterschiedlicher nicht sein könnten.
 
Der DRAMENPROZESSOR versteht sich als Zentrum der innovativen Förderung zeitgenössischen Autorentheaters in der Schweiz und als Teil einer internationalen Dramatikerförderung. Regelmässig nehmen AutorInnen, die den Dramenprozessor absolviert haben an anderen renommierten Autorenförderprojekten teil, sei es am Programm von uniT Graz (Forum Text), am Literaturinstitut in Biel oder am Studiengang Szenisches Schreiben an der UdK Berlin.
 
Der DRAMENPROZESSOR wird vom Theater Winkelwiese in Koproduktion mit folgenden Partnern durchgeführt: Theater Chur, Schlachthaus Theater Bern, Stadttheater Schaffhausen, Theater Tuchlaube Aarau, Theater St.Gallen und in Kooperation mit BA Theater/Regie ZHdK und dem Theater Marie.
 
Etliche AbsolventInnen des DRAMENPROZESSORS wie Katja Brunner (Gewinnerin Mülheimer Dramatikerpeis 2013), Darja Stocker (Gewinnerin Heidelberger Stückemarkt 2005), Reto Finger (Kleist Förderpreis für junge Dramatik 2005), Dominik Busch (Hausautor am Theater Basel 2016/17) oder Joël László (Publikumspreis Heidelberger Stückemarkt 2017, Hausautor Theater Basel 2017/18) sind heute überregional tätig und wurden in renommierte Verlage aufgenommen.
 
Im Mai 2015 wurde der DRAMENPROZESSOR (und mit ihm Peter-Jakob Kelting, Erik Altorfer und Stephan Roppel für ihr langjähriges Engagement) mit dem Schweizer Theaterpreis ausgezeichnet.
 
Manuel Bürgin (Leitung Theater Winkelwiese), Ann-Marie Arioli (Dramaturgin, Co-Direktorin Miller’s) und Andreas Sauter (Autor, Regisseur) bilden seit Sommer 2015 das neue Leitungsteam des DRAMENPROZESSOR.
 
Der DRAMENPROZESSOR wird aktuell gefördert durch Pro Helvetia Schweizer Kulturstiftung, Kanton Zürich Fachstelle Kultur, Ernst Göhner Stiftung (Stand Januar 2018).
 
Kurze Residenzen der AutorInnen an den koproduzierenden Häusern und öffentliche Präsentationen bieten dem Publikum Einblicke in die Entstehung der Texte, von denen in der Folge einer oder mehrere an den koproduzierenden Theatern zur Uraufführung gebracht werden können.

Das St.Galler Publikum wird die AutorInnen während des Werkstattjahrs in verschiedenen Formaten kennenlernen. Der Höhepunkt in St.Gallen bildet das Abschlussfestival im April 2019 in der Lokremise.
Diese Autoren sind in der Spielzeit 2018/19 dabei:

Ivona Brdjanovic, geboren in Bosnien und Herzegowina, lebt seit 1991 in Zürich. Erst studierte sie Umweltingenieurwesen und anschliessend am Schweizerischen Literaturinstitut in Biel. Sie schreibt Prosa und fürs Theater. Für ihr Romanprojekt Grad erhielt sie 2017 einen Werkbeitrag des Kantons Zürich.
Werner Rohner, geboren 1975 in Zürich. 2014 erschien sein Debüt Das Ende der Schonzeit bei Lenos. Der Roman wurde mit einem Werkjahr der Stadt Zürich ausgezeichnet, war für das beste deutschsprachige Debüt beim Rauriser Literaturpreis nominiert und erschien 2017 auf Französisch unter dem Titel Fin de Trêve bei Les Editions de l´Aires. Theaterstücke hat er auch schon geschrieben, sie wurden in der Kaserne Basel und der Gessnerallee Zürich aufgeführt, aber das ist schon über zehn Jahre her.
Maria Ursprung, aufgewachsen in Solothurn, studierte Theaterwissenschaft und Germanistik an der Universität Bern und der Freien Universität Berlin. Anschliessend arbeitete sie als Dramaturgieassistentin und Dramaturgin am Theater Basel, später war sie Regieassistentin am Thalia Theater Hamburg und arbeitete u.a. mit den Regisseuren Luk Perceval, David Marton, Stefan Pucher und Jette Steckel. Seit 2012 ist sie freischaffende Regisseurin und inszenierte u.a. am Thalia Theater, Konzerttheater Bern, Staatstheater Darmstadt und Theaterhaus Jena. Maria Ursprung ist Absolventin des Schweizerischen Literaturinstituts und schreibt Hörspiele, Theaterstücke und Kurzprosa.
 
Eva Roth (*1974) ist im Kanton Appenzell aufgewachsen, hat danach im Thurgau gewohnt und lebt heute in Zürich. Sie ist Lektorin und Programmverantwortliche in einem Bilderbuchverlag. Zuvor unterrichtete sie lange auf der Primarschulstufe. 2015 erschien ihr Roman Blanko (edition 8) und das Bilderbuch Unter Bodos Bett (Atlantis). Ausserdem schreibt sie alles mögliche für die Schublade, für Literaturzeitschriften, Blogs etc.
Mit Tauben füttern. Herta sitzt aus erhielt sie 2012 den Kurzdramenpreis SALZ 2 des Theaters Lüneburg, 2014 war sie mit Falls China kommt Stipendiatin der DramatikerInnenbörse des Kinder- und Jugendtheaterfestivals luaga & losna, und ein Kurzhörspiel wurde 2015 am Hörspielsommer Leipzig ausgestrahlt.